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Commodore

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Commodore International war ein Unternehmen, das in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren den Markt für Heimcomputer beherrschte.
Commodore Logo
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Das Unternehmen wurde 1954 von Jack Tramiel in Toronto gegründet und stellte zunächst Schreibmaschinen her. Als in den späten 1950er Jahren eine Welle von billigeren japanischen Schreibmaschinen auf den Markt kam, stieg Tramiel mit seinem Unternehmen auf Addiermaschinen um, um nicht unterzugehen.

1962 wandelte sich das Unternehmen unter dem Namen Commodore Business Machines in eine Körperschaft um. Einige Jahre später drohte sich allerdings die Geschichte aus den 1950ern zu wiederholen, als japanische Unternehmen begannen, selbst Addiermaschinen herzustellen. Der Hauptinvestor des Unternehmens, Irving Gould, schlug Tramiel vor, nach Japan zu reisen, um die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Unternehmen zu prüfen. Dieser kehrte jedoch mit einer neuen Idee zurück: Der Herstellung von Taschenrechnern.

Commodore war zur Herstellung der Taschenrechner auf Texas Instruments angewiesen, die die Bauteile lieferten. Diese entschlossen sich aber 1975, den Markt für Taschenrechner direkt zu betreten und konnten aufgrund der Eigenproduktion der Bauteile das Endprodukt günstiger verkaufen als Commodore die Bauteile einkaufen konnte.

Um an einen günstigeren Lieferanten der Bauteile zu kommen kaufte Commodore den Chiphersteller MOS Technologies auf. Durch diesen Aufkauf kam einer der wichtigsten Ingenieure von MOS, Chuck Peddle direkt zu Commodore und wurde dort Chef der Entwicklung.

Peddle schaffte es Tramiel davon zu überzeugen, sich dem Markt der Heimcomputer zuzuwenden, und designte den Commodore PET 2001 - Commodores ersten Computer. Dieser war der erste Computer, der in Deutschland durch ein Großversandhaus angeboten wurde.

Der PET 2001 konnte sich hauptsächlich an US-Schulen durchsetzen, im Heimcomputermarkt versagte er jedoch aufgrund seiner Unterlegenheit gegenüber der Konkurrenzen in den Bereichen Grafik und Sound. Um diesen Mangel zu beheben wurde der VC20 entwickelt, der mit seinem günstigen Preis auch im Heimcomputermarkt Marktanteile erringen konnte. Der ursprüngliche Name des Computers war "VIC" (nach dem verwendeten Grafikchip), da die deutsche Aussprache jedoch zu sehr an "fick" erinnerte, wurde der Name geändert. Commodore Deutschland erfand für den VC20 nachträglich den Namen "Volks-Computer".
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Commodore 64 (als Monitor wurde der Fernseher benutzt)
Commodore 64 (als Monitor wurde der Fernseher benutzt)

Um sich auch den High-End Teil des Marktes zu erschließen wurde 1982 der C64 vorgestellt, der, obwohl zunächst teuer, rundum überzeugte durch seine Grafik- und Musikfähigkeiten.

Um den Markt der Heimcomputer entbrannte nun ein großer Preiskampf, der außer Commodore auch die Unternehmen Texas Instruments, Atari, sowie eine Reihe japanischer Hersteller mit ihren MSX Systemen involvierte - somit praktisch alle Hersteller des Heimcomputer und PC-Markts mit Ausnahme von Apple und IBM.

Im Laufe der Jahre konnte Commodore über 22 Millionen Einheiten des C64 absetzen und schaffte es so, den Heimcomputermarkt komplett unter seine Kontrolle zu bringen und die Konkurrenten zum Verlassen des Markts zu zwingen.

Die Spuren dieses Preiskampfs gingen auch an Commodore nicht vorbei - die Finanzreserven drohten sich zu erschöpfen und der Aufsichtsrat wollte aus dem zu hart umkämpften Marktsegment aussteigen. Als Konsequenz entbrannte ein Machtkampf innerhalb der Firma, der erst endete, als Jack Tramiel 1984 die Firma, die er gründete verließ und anschließend Atari, den ehemaligen Konkurrenten aufkaufte.


Der Amiga:

Commodore benötigte dringend ein neues Produkt. Die C64 Nachfolgeprojekte wie der Plus/4 oder der C128 erwiesen sich nicht als so erfolgreich wie erwünscht, einige andere Projekte und Studien wie der C65 erblickten niemals offiziell das Licht der Öffentlichkeit.

Auch Rechner die unter dem C64 angesiedelt waren, wie der C16 oder C116 verkauften sich nicht, da der Trend zu leistungsfähigeren Rechnern, statt zu kleineren und preiswerteren führte. Sie kauften eine Neuentwicklung einer Reihe von ehemaligen Atari Angestellten auf - den Amiga-Computer und brachten ihn ihm Frühjahr 1986 zu einem Preis von etwa 1.500 US Dollar auf den Markt.

Tramiels Atari war allerdings schneller und konnte bereits 1985 den ungefähr vergleichbaren Atari ST für etwa 800 US Dollar auf den Markt werfen. Wieder entbrannte ein erbitterter Kampf zwischen Atari und Commodore um die Vorherrschaft am Markt, der schließlich 1987 vorentschieden wurde durch die Veröffentlichung des Amiga 500 durch Commodore.

Der Unternehmensmarkt wurde zwischenzeitlich aufgeteilt zwischen Apple und IBM, und Commodore fand sich plötzlich isoliert trotz seiner technologischen Überlegenheit (der "großen" Reihe vom ursprünglichen Amiga 1000, dem aufgrund seiner Erweiterbarkeit in Filmstudios erfolgreichen A2000, dem an sich (bis auf die ehemalige Domäne der Grafikfähigkeit) fortschrittlichen A3000 und dem schließlich eher verschlafenen A4000).

Das Marketing von Commodore zu dieser Zeit gilt allgemein als schlechtes Beispiel, und Commodore stürzte sich immer wieder scheinbar konzeptlos in Abenteuer wie eine eigene IBM-kompatible Baureihe (in der die Gewinne des Amigas angeblich aufgebraucht wurden) oder die Veröffentlichung von Technologien, für die es auf Jahre hinaus noch keinen Bedarf geben würde, so z.b. die 32-bittige, CD-ROM-basierte Spielekonsole CD32, während man gleichzeitig die beiden großen bestehenden Linien, den C64 und den Amiga, nicht konsequent genug weiterentwickelte, um mit der rapide zunehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit der IBM-kompatiblen PC ab den 1990ern mitzuhalten.

Als sich das Ende abzuzeichnen begann, wurden Pläne entwickelt, sich komplett auf den dort durch die bessere Organisation der Tochterunternehmen erfolgreicheren europäischen Markt zurückzuziehen, und den US Markt zu verlassen, um Betriebskosten zu sparen. Diese Pläne wurden jedoch nie umgesetzt.

Das Unternehmen ging 1994 offiziell in Insolvenz. Der Markenname Commodore besteht noch heute, er ist nach einigen Wirren bei der Niederländischen Firma Tulip Computer angekommen. Diese lizenziert die Benutzung des Namens, so werden z.B. Telefone unter dieser Marke verkauft.
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Person(en):
Zeitraum:
Firma:
Jack Tramiel
1954
Commodore

Es gibt 59 weiterführende Erklärungen oder Definitionen:

2000,   Amiga BeitragAmiga,   Amiga 1000 BeitragAmiga 1000,   Amiga 500 BeitragAmiga 500,   Apple BeitragApple,   Atari BeitragAtari,   Atari ST BeitragAtari ST,   Bereich,   C128 BeitragC128,   C64 BeitragC64,   CD32 BeitragCD32,   CD-R,   CD-ROM BeitragCD-ROM,   Chef,   Chip BeitragChip,   Computer,   Design,   Disc BeitragDisc,   Domäne,   EIDE,   Einheit,   Eser,   Euro,   Grafik,   Grafikfähigkeit,   Heimcomputer,   High-End,   IBM BeitragIBM,   Konsole,   Licht,   Lizenz,   Logo,   Mach,   Marke,   Maschine,   Monitor BeitragMonitor,   MOS,   MSX,   NDIS,   NTSC,   PET BeitragPET,   PET 2001 BeitragPET 2001,   Rach,   Rechner,   Reis BeitragReis,   ROM BeitragROM,   Schließen,   Schreibmaschine BeitragSchreibmaschine,   Segment,   Spiele,   Sprache,   Spur BeitragSpur,   System,   Term,   Texas Instruments BeitragTexas Instruments,   Tramiel BeitragTramiel,   WAND,   Zeichnen BeitragZeichnen,   Ziehen 

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Referenz:
14.04.2004 von Wilhelm Janssen (7094) Beiträge
20.07.2004 von Wilhelm Janssen
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