Im einfachsten
Fall leitet der Proxy die Daten einfach weiter, üblicherweise
hat ein Proxy aber eine der folgenden Funktionen:
- Zwischenspeicher (Cache): Der Proxy speichert häufig
gestellte Anfragen und kann diese dann beantworten,
ohne zuerst den Server zu fragen. Dadurch können
Anfragen schneller beantwortet werden, und es wird
gleichzeitig die Netzlast verringert.
- Filter: Mittels Proxy können beispielsweise
bestimmte Kategorien von Webseiten für den Benutzer
gesperrt werden. Es kann auch der Inhalt auf schädliche
Programme durchsucht werden. Somit ist ein Proxy auch
oft Teil von Firewalls.
- Zugriffssteuerung: Ist der Server nicht frei im
Internet erreichbar, so kann ein vorgeschalteter Proxy
den Zugriff ermöglichen. Ein Angreifer kann dann
den Server nicht mehr direkt angreifen, sondern nur
den Proxy. Es kann auch der Zugriff von Clients auf
Webserver nur über einen Proxy ermöglicht
werden.
- Vorverarbeitung von Daten: Proxys können auch
gewisse Applikationsfunktionen übernehmen, beispielsweise
Daten in ein standardisiertes Format bringen.
- Anonymisierungsdienst: Der Proxy leitet die Daten
des Clients zum Server weiter, wodurch der Server
die IP-Adresse des Clients nicht auslesen kann. Siehe
auch: Anonymität im Internet
Protokolle:
Proxys sind
generell für jedes verbindungsorientierte Protokoll
möglich. Häufig werden sie für folgende
Protokolle verwendet:
- HTTP: Die meisten Provider bieten Ihren Kunden die
Verwendung eines Proxies an. Dadurch wird die Netzlast
verringert und der Zugriff beschleunigt. In Firmen
hingegen wird über solche Proxies oft das Surfverhalten
der Mitarbeiter eingeschränkt bzw. kontrolliert.
- FTP: Die meisten HTTP-Proxies beherrschen auch FTP.
Hier sind dieselben Funktionen wie bei HTTP möglich.
- SMTP: Manche Firewalls bieten einen SMTP-Proxy an,
der den Mailverkehr zwischen Internet und Mailserver
überwacht und bestimmte gefährliche bzw.
unerwünschte Befehle ausfiltert.
- Applikationsproxy: Ein Proxy, der auf ein bestimmtes
Server-Programm zugeschnitten ist, und nur dessen
Protokoll erkennt. Diese Form eines Proxys wird oft
dazu verwendet, den eigentlichen Server in ein geschütztes
Netz zu stellen und nur durch den Proxy erreichbar
zu machen. Auf diese Art ist der Server weitgehend
vor Angriffen geschützt. Die Proxy-Software ist
weit weniger komplex, und daher auch sicherer gegen
Angriffe.
Sonderformen:
- Transparenter Proxy: Die Verwendung eines Proxy-Servers
muss meist dem Client explizit mitgeteilt werden.
Ein transparenter Proxy muss hingegen nicht explizit
angegeben werden. Ein Gateway erkennt die Verwendung
des vom Proxy verwendeten Protokolls und leitet die
Anfragen an den Proxy weiter, ohne dass das Anwendungsprogramm
etwas davon bemerkt.
- Reverse Proxy: Tritt statt dem eigentlichen Server
in Erscheinung. Dadurch können etwa Zugriffskontrollen
realisiert werden.
Proxy Software:
Bekannte Proxy-Server-Software:
- WebWasher
- Proxomitron
- Privoxy
- Lokaler
- Squid
- iProxy
Bekannte Proxy-Client-Software:
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