Umweltschutz und PC

Internet-Fachbegriffe
Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch im Zusammenhang mit dem PC erhebliche Umweltbelastungen entstehen (können) und vermieden werden müssen.

Einige Ausgangsdaten:

1.)
Die hauptsächlichen Umweltbelastungen entstehen bei der Produktion von PC - Komponenten und Peripheriegeräten. Zwar lässt sich im Laufe der letzten Jahre z.T. ein leichter Rückgang der Belastungen verzeichnen, aber sie sind noch immer recht hoch. Bei der Herstellung eines heutigen PC werden etwa 30.000 Megajoule an Energie verbraucht, 33.000 Liter Wasser verschmitzt und 60 kg Abfall erzeugt.

2.)
In einem PC sind bis zu 28 Prozent Buntmetalle und bis zu 48 Prozent Eisen enthalten, auch viele Plastikteile.

3.)
Durch Herstellung, Betrieb und Entsorgung belastet ein PC die Umwelt etwa genauso viel wie ein Kleinwagen, der 3.000 km fährt.

4.)
Jährlich fallen auch bei Computern, Peripheriegeräten und Datenträgern Millionen Verpackungen sowie etwa 120.000 Tonnen Schrott an, mit steigender Tendenz. Für diese Verpackungen und diesen Schrott bestehen ähnliche Müll- und Wiederverwertungsprobleme

a.)
wie bei allen verpackten Waren,

b.)
wie bei den meisten elektronischen Geräten, z.B. HiFi - Anlagen. Sie fallen unter die Verpackungs- und unter die (noch nicht verabschiedete) Elektronikschrott Verordnung.


5.)
Die Behauptung, der Einsatz von PC´s werde zum "papierlosen Büro" (Einsparung von Papier) führen, ist widerlegt. Es wird mehr Papier verbraucht, vielfach auch für Ausdrucke.

6.)
Einige Bestandteile von Computerschrott sind nicht wiederverwendbar und gehören meist in den Sondermüll, z.B. die Leuchtschicht von Monitoren oder das Gemisch aus Aluminium und Lack, das die Oberfläche der CD - ROM, DVD usw. bildet. Beim Zerlegen von Platinen und ähnlichen Bauteilen können PCB und Quecksilber anfallen. Dieses Problem ist auch bei neuartigen Produkten oft nicht gelöst. Z.B. enthalten LCD-Bildschirme häufig Quecksilber oder Cadmium.

7.)
Computersysteme verbrauchen - auf Dauer gesehen - beträchtliche Mengen elektrischer Energie (derzeit ca. 300 - 400 Watt pro Stunde). Der weltweite Energieverbrauch aller Computer liegt nach Schätzungen des World Watch Institute bei etwa 240 Mrd. Kilowattstunden pro Jahr; dies entspricht etwa dem jährlichen Energieverbrauch Brasiliens.


Möglichkeiten zur Verringerung der Probleme bestehen in folgender Hinsicht:

1.)
Umweltfreundliche Produktion: Baukastenartiger Aufbau, der das Austauschen einzelner Teile sowie leichtes Zerlegen ermöglicht; Einsatz von Materialien, die sich leicht recyceln lassen, z.B. sortenreine Kunststoffe; weitestmöglicher Verzicht auf umweltbelastende Materialien wie Schwermetalle; Kennzeichnen aller Werkstoffe; Verringern des Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion; geschlossene Kreisläufe; Verzicht auf FCKW, PVC und Verbundstoffe; Einsatz wiederverwendbarer Materialien auch im Umfeld des PC, etwa: Diskettenboxen aus Holz, Recyclingpapier, recyclingfähige Versandpackungen.

2.)
Abfallvermeidung (nach der Produktion): Die Tonerkartuschen von Laserdruckern und die Patronen von Tintenstrahldruckern können wieder befüllt werden. Statt neuer lassen sich auch "aufgefrischte" (bereits benutzte) --> Disketten verwenden.

3.)
Recycling: Viele Teile lassen sich wiederverwenden, manchmal allerdings erst nach aufwendigen Trennverfahren, z.B. in Handarbeit. Eine Reihe von Herstellern nimmt Altgeräte zur Wiederverwertung zurück.

4.)
Verringerung des Verpackungsaufwands: Vor allem die großen Verpackungen von Gehäusen, Monitoren und Druckern lassen sich mehrfach verwenden. Außerdem können Umweltverpackungen und Kunststoffanteile von Verpackungen reduziert werden.

5.)
Energieeinsparung: Einsatz von PC und Geräten, die Energiespar - Normen erfüllen (Green PC, TCO 92-99).

TIPPS: Da die mit Abstand größten Umweltbelastungen durch die Neuproduktion von Computern und Peripheriegeräten entstehen, empfiehlt es sich nicht, nur aus Gründen der Energieeinsparung Neuanschaffungen vorzunehmen.
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