Der Mathematiker Nikolaus Joachim Lehmann ist einer der wichtigsten Wegbereiter des effizientesten Arbeitsgerätes der Gegenwart: des Personal Computers (PC). Dennoch ist seine Arbeit außerhalb von Fachkreisen so gut wie unbekannt. Experten sind sich dagegen einig, dass Lehmann als Pionier der Branche gilt.
Die Idee für seinen 1962 gebauten Kleinrechner D4a hatte Lehmann schon in den fünfziger Jahren.
Im Archiv des Deutschen Museum in München lagert seit dem Frühjahr 1999 der Nachlass des Computer-Pioniers, der am 27. Juni 1998 in Dresden starb.
Lehmann wollte als Mathematiker einen Rechner, der bei jedem Ingenieur auf dem Schreibtisch steht.
Von 1953 an legte er an der damaligen Technischen Hochschule Dresden als Professor und Gründungsdirektor des Institutes für maschinelle Rechentechnik die Grundlagen einer frühen Computer-Architektur.
"Er war ein Bastler, einer, der was ausprobierte", betont der Leiter der Kustodie der TU Dresden, Klaus Mauersberger. Lehmann habe ähnlich wie der Computervater Konrad Zuse mit dem Bau großer Röhrenrechner begonnen.
Die Zeit der Großrechner war der Technik geschuldet. Transistoren und Halbleiter sollten erst kommen. Der D4a - das D steht übrigens für Dresden - sollte auch in dieser Richtung mit Transistoren eigener Produktion einen Durchbruch darstellen. |