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Oracle kauft Innobase

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Oracle kauft Innobase


Larry Ellison ist scheinbar nicht zu stoppen: Aus einer Presseerklärung wurde nun bekannt, das der Datenbank-Gigant aus Amerika, Oracle, nun auch den finnischen Datenbankspezialisten und MySQL-Vertragspartner Innobase aufgekauft hat. Zu welchen Konditionen die Firma einverleibt wurde, ist allerdings nicht bekannt.

Oracle Firmengründer Larry Ellison will scheinbar mit aller Macht sein Imperium zur Nummer eins im Datenbank-Geschäft zusammenkaufen und alles begann eigentlich mit der "feindlichen Übernahme" des direkten Konkurrenten PeopleSoft Ende 2004. Obwohl sich die PeopleSoft-Aktionäre lange gegen eine Übernahme gewehrt hatten, schraubte Ellison seine Übernahme-Angebote so lange nach oben, bis dem Verwaltungsrat von PeopleSoft die "Argumente" ausgingen und Oracle sich damit zur NR. 2 nach SAP hoch kaufte.

Larry Ellison hat dabei immer seinen Erzrivalen SAP im Visier. Oracle hatte SAP gerade im Bieterstreit um PeopleSoft ausgeboten, als im März 2005 die nächste SAP-Attacke folgte: Hier hatte Oracle Kenntnis vom geplanten SAP-Kauf der Firma Retek erfahren, schon rasselte es wieder eine Kampfansage in Form eines höheren Gegenangebotes: Ursprünglich hatte SAP 8,50 Dollar für jedes Retek-Papier geboten. Wenige Tage nach der vom Management von Retek unterstützten SAP-Offerte, hatte Oracle mit einem Gegenangebot von neun Dollar je Aktie den Bieterwettstreit entfacht. Kaum hatte SAP sein auf elf Dollar je Retek-Aktie aufgestocktes Angebot bekannt gegeben, legte Oracle nach. Das Höchst- und endgültige Angebot lautet dann 11,25 Dollar und "Sieger" war wieder einmal Oracle.

Danach folgten mehrere freundliche Übernahmen kleinerer Programmschmieden mit speziellem Know-how: Oblix , ebenfalls im März dieses Jahres, TimesTen im Juni, i-flex im August und G-Log im September, dazwischen als größerer Brocken auch der CRM-Pionier Siebel. Als zunächst letzten Coup folgte nun Innobase. Innobase ist eng mit dem Hersteller der Open-Source-Datenbank MySQL verwoben. Erst durch eine Übereinkunft mit Innobase konnte MySQL die Storage Engine InnoDB in sein Datenbanksystem einbauen und dadurch mit sicheren Transaktionen die Grundlage für seine derzeitige Marktposition schaffen. Zwar ist InnoDB unter der GNU Public License veröffentlicht und steht seiner Anhängerschaft uneingeschränkt für weitere Entwicklungen offen, doch für den Vertrag zwischen Innobase und MySQL sind im kommenden Jahr Verlängerungsverhandlungen fällig und hier sehen Analysten den strategischen Grund für die Übernahme Innobase durch Oracle.

Artikel von W. Janssen - Sa, 08.10.2005
Rubrik: Computer / Internet
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