Die Hintergründe im Abhörskandal im Netz des griechischen Mobilfunk-Providers Vodafone-Panafon werden immer mysteriöser. Einem Bericht des Online-Magazins dsltarife.net zufolge fordert Anastasios Karamarios, Leiter der Untersuchungskommission in der Vodafone-Abhöraffäre, ein sofortiges Eingreifen der Staatsanwaltschaft gegen Vodafone.
Im Februar war publik geworden, dass die Mobiltelefone des griechischen Ministerpräsidenten sowie etlicher Minister, Militärs, Journalisten und Geschäftsleute fast ein Jahr lang abgehört worden waren. Alle diese Gespräche waren über das Vodafone-Netz geführt worden. Obwohl die Manipulationen an zentralen Stellen der Hard- und Software von Vodafone vorgenommen wurden lehnte das Unternehmen bisher jede Verantwortung ab. Das Magazin Telepolis sprach in diesem Zusammenhang schon von "Hellas-Gate", da der amerikanische Geheimdienst CIA als Urheber der Aktion vermutet wurde.
Inzwischen sind auch neue Fakten aufgetaucht, die es zweifelhaft erscheinen lassen, ob der Vodafone-Mitarbeiter Costas Tsalikidis kurz nach Entdeckung der Spionagesoftware Selbstmord verübt hat. Der Anwalt der Familie hat die Exhumierung und eine erneute und gründliche pathologische Untersuchung des Leichnams beantragt.