Der österreichische Mobilfunk-Netzbetreiber tele.ring war nach mehr als einjähriger Prüfung durch die EU-Kommission von der deutschen Telekom-Tochter "T-Mobile-Austria" für gut 1,3 Milliarden Euro übernommen worden. Ein Grund für die lange Prüfung war der Umstand, dass die Aufsichtsbehörde einen zu großen Einfluss auf das Markt- und Preisgefüge in Österreich durch die Telekom befürchtete.
Die T-Mobile Austria hatte sich im Zuge der Übernahme von tele.ring gegenüber der EU-Kommission deshalb verpflichtet, einen Großteil der UMTS-Sendestandorte samt Zuleitungen sowie die gesamten 3G-Frequenzen von tele.ring an Konkurrenten abzugeben. Mit "3" gibt es bereits ein Übereinkommen, mit "One" laufen die Verhandlungen noch.
Nun heißt es: Die T-Mobile Austria hat heute das UMTS-Netz der Tochtergesellschaft tele.ring abgeschaltet. Eine Wiederinbetriebnahme ist nicht geplant. Tele.ring-UMTS-Nutzer sind nun für einige Monate auf GPRS-Datenübertragung angewiesen. Mitte Dezember sollen tele.ring-Kunden wieder einen Zugang zum GSM- und UMTS-Netz von T-Mobile Austria erhalten ("National Roaming").
Im kommenden Jahr soll auch das GSM-Netz von tele.ring zum größten Teil abgeschaltet werden. Ein kleinerer Teil wird in das T-Mobile-Netz übernommen. Die tele.ring UMTS-Nutzer erhalten derzeit einen Werbebrief, mit dem ihnen T-Mobile-Verträge mit HSDPA-Datenkarten (UMTS-Tuner mit bis zu 1,8 MBit/s) schmackhaft gemacht werden sollen. tele.ring-Kunden, die die Angebote von T-Mobile nicht akzeptieren möchten, können von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen.