Wer kennt sie nicht, die Brüder Schmidtlein aus dem südhessischen Örtchen Büttelborn? Täglich erreichen uns E-Mail-Anfragen von verzweifelten Kindern, Jugendlichen, Eltern oder gar Lehrer und alle beklagen sich über Internet-Abos, die irrtümlich ausgelöst wurden und sie nun nicht wissen, wie sie aus dieser Kostenfalle wieder herauskommen sollen. In den E-Mails wird immer wieder ein Name genannt, nämlich die Schmidtlein GbR. Genannt werden dabei immer wieder Webseiten wie beispielsweise hausaufgaben.de (zwischenzeitlich hausaufgaben-heute.com), vornamen-heute.com, lehrstellen-heute.com, tattoo-heute.com odersternzeichen-heute.com.
Nachdem der Bundesverband der Verbraucherzentralen im März 2006 bereits versucht hat, gegen 16 Internet-Angeboten der Brüder durch Abmahnungen vorzugehen, folgt nun ein Gerichtsverfahren. Das teilte der Bundesverband gestern in Berlin mit. Der Bundesverband wirft dem Unternehmen vor, vor allem Kinder und Jugendliche auf rund 20 Internet-Präsenzen mit trügerischen Lockangeboten geschädigt und dadurch Millionengewinne gemacht zu haben.
Auch die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ) berichtete gestern über die Firma Schmidtlein. Hiernach soll bereits die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen die Firma ein Ermittlungsverfahren eingeleitet haben. Laut WNZ sollen der Staatsanwaltschaft bereits mehrere hundert Strafanzeigen gegen das Unternehmen "Andreas & Manuel Schmidtlein GbR" vorliegen. Der Großteil der Anzeigen-Erstatter gibt laut Staatsanwaltschaft an, den Hinweis auf die entstehenden monatlichen Kosten sowie die vertragliche Bindung nicht gesehen zu haben. Andere Betroffene sagten, sie hätten die Internetseite gar nicht besucht und dennoch eine Rechnung des Unternehmens erhalten. Zudem werden nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Anwaltsschreiben im Auftrag der Firma verschickt, in denen mit rechtlichen Konsequenzen gedroht wird, sollte die Gebühr nicht beglichen werden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs, der Nötigung und der Erpressung, heißt es weiter in der WNZ. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt laufen seit Beginn des Jahres. In den vergangenen zwei Monaten sei die Zahl der eingegangenen Anzeigen erheblich gestiegen.
Inzwischen weist das Unternehmen auf den Starseiten prominent darauf hin, dass sich der Nutzer nach einer "Testphase" automatisch zu einem zweijährigen Abonnement verpflichtet, das ihn 168 Euro kostet. Keine Testzeit wird den Kunden aus Österreich eingeräumt, wie beispielsweise auf vornamen-heute.com und anderen Websites zu finden ist.