Der Bundesverband "Digitale Wirtschaft" (BVDW) teilte heute in München mit, dass der Online-Handel im Jahre 2007 gute Wachstumsperspektiven verspricht. Allein für das laufende Jahr 2006 erwartet die Branche im e-Commerce-Bereich mit den Endkunden einen Umsatz von mindestens 15 Milliarden Euro. Damit würde Deutschland eine Spitzenposition in Europa einnehmen und doch wären erst gut 15 Prozent des möglichen Potentials ausgeschöpft, so der BVDW. Selbst die Freigabe der Ladenöffnungszeiten und die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung könne diese Tendenz nicht mehr bremsen, so BVDW-Präsident Arndt Groth.
Im ersten Halbjahr dieses Jahres seien die Erlöse des Vorjahreszeitraums um rund eine Milliarde Euro übertroffen worden und hätten bei 7,2 Milliarden Euro gelegen. Wegen des Weihnachtsgeschäfts falle das zweite Halbjahr traditionell stärker aus. "Das zeigt, dass unsere Prognose von mehr als 15 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr fundiert ist", sagte der Sprecher. Für das Jahr 2007 erhofft sich der Verband einen Umsatzanstieg von mindestens 20 Prozent auf dann insgesamt 18 Milliarden Euro. Wichtigste Kundengruppe seien zwar nach wie vor jüngere Menschen, doch werde der Online-Einkauf auch zunehmend von älteren Kundengruppen akzeptiert.
Nach Schätzungen des Bundesverbandes sieht die Branche langfristig ein mögliches Umsatzpotential von mindestens 100 Milliarden Euro im Jahr. Wenn sich neue Technologien wie Bestell- und Bezahlmöglichkeiten über mobile Endgeräte wie das Handy oder über das interaktive Fernsehen durchsetzten, könnte die Branche in den Jahren 2008/09 vor einem Boom stehen, so Groth.