Im September 2006 musste der in München ansässige Handy-Hersteller "BenQ-Mobile" Insolvenz anmelden, nachdem die Muttergesellschaft in Taiwan den Geldhahn zugedreht hatte. Infolge der Insolvenz haben nicht nur mehr als 3000 BenQ-Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren, sondern auch viele aus Zuliefererfirmen.
Die Balda AG aus Bad Oeynhausen beispielsweise musste die Segel nun für vier Produktionsstätten streichen, nachdem der Mobilfunk-Netzbetreiber als Groß-Auftraggeber ausgefallen war. Zwar hing die Balda-Nabelschnur nicht nur an BenQ-Mobile, doch die Insolvenz des Handy-Herstellers brachte das berühmte Fass zum Überlaufen und das Unternehmen aus Bad Oeynhausen konnte nicht mehr anders, als Restrukturierungsmaßnahmen einzuleiten.
Zwischenzeitlich keimte in den Medien ein Hoffnungsschimmer auf als es hieß, die Balda AG würde für den US-amerikanischen Computer- und jetzt auch Handy-Hersteller die neuartigen Touch-Screen-Bedienelemente herstellen. Weder Balda noch Apple äußerten sich bisher zu den Spekulationen aber der große "Kracher" scheint die Zusammenarbeit nicht zu sein, denn nun heißt es: Balda hat sich von drei weiteren Werken getrennt.
Betroffen sind Werke in Herford und Oberlungwitz, nachdem im Dezember das Werk in Seelbach (Baden-Württemberg) verkauft wurde. Die Werke in Herford und Oberlungwitz gingen die Hanse Industriekapital-Beteiligungs-GmbH aus Hamburg, das Werk in Seelbach an eine Investorengruppe.
Aus dem Verkauf an die Hamburger Industriekapital-Beteiligungs-GmbH blieben insgesamt 7,5 Millionen Euro über, wobei noch gut vier Millionen Euro an Verbindlichkeiten mit übernommen wurden. Wie viel Geld der Verkauf des Werkes in Seelbach einbrachte, ist nicht zu erfahren. Die Arbeitsplätze der Beschäftigten in Herford und Oberlungwitz sollen erhalten bleiben. Trotzdem könnten insgesamt bis zu 1000 Mitarbeiter ihren Job verlieren, Verhandlungsergebnisse mit den Arbeitnehmervertretern stehen noch aus.