Nachdem das ARD-Pilotmagazin "Panorama" sich mit Online-Spielen beschäftigt und diese mit "Morden und Foltern als Freizeitspaß" betitelt hat, geht es hoch her in einschlägigen Foren der Gamer, aber auch im Forum des Politmagazins.
Besonders die Anhänger des Spiels "Call of Duty" fühlen sich diffamiert. In einem Schreiben wollen sich Vertreter der Spiel-Szene beim ARD-Programm-Direktor Günter Struve beschweren und ihn auffordern, eine derartige Berichterstattung zukünftig nicht mehr zuzulassen.
Der Panorama-Bericht sei nicht sorgfältig recherchiert worden und man hätte verschiedene Spielegenere miteinander vermischt, heißt es in einem Entwurf für die Beschwerde beim Presserat. Die Berichterstattung zeigt ein vollkommen falsches Bild von einer Gruppe von Menschen, die lediglich ein gemeinsames Hobby teilen. Die Spielergemeinschaft spricht von Verletzung der Menschenwürde, weil der Beitrag die Teilnehmer mit Nazis und Vergewaltigern gleich gesetzt hätte.
So sei beispielsweise eine Modifikation für das Spiel "Grand Theft Auto San Andreas" gezeigt worden, bei der es angeblich um virtuelle Vergewaltigungen gehen sollte. Tatsächlich ging es aber um eine Modifikation namens "Hot Coffee", in dem es um virtuellen Sexualverkehr geht.
Im Panorama-Forum hatte die Redaktion bereits kurz nach Ausstrahlung der Sendung Stellung genommen und erläutert, es gehe nicht darum, Computerspiele zu verunglimpfen oder ein generelles Verbot solcher Spiele zu fordern. Die Spielgemeinschaft empfindet diese Stellungnahme aber nicht als angemessene Reaktion auf ihre Entrüstung und deshalb sieht man sich zu einer schriftlichen Beschwerde veranlasst.