Während man bisher unter DRM (Digital Rights Management) die Regelung der Benutzer-Rechte digitaler Multimedia-Inhalte verstand, wird man sich in Zukunft auch an eine andere Übersetzung gewöhnen müssen.
Die neue Technik des "Digital Radio Mondiale" (DRM) verspricht Kurzwellenempfang in Stereo und UKW-Qualität. Digitaler Rundfunk war bisher vor allem unter dem Kürzel DAB "Digital Audio Broadcasting" bekannt, das schon seit mehr als drei Jahren im UKW-Bereich auf Sendung ist. Sender wie BBC, RTL, der Bayerische Rundfunk oder die Deutsche Welle arbeiten schon emsig am digitalen Kurzwellenfunk. Zur Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin werden Anfang September die ersten tragbaren Empfänger zu Preisen von 150 bis 250 Euro erwartet.
Zukünftige DRM-Sender werden aber nicht nur Klang, sondern auch Textinformationen übertragen, die auf einem Display des Empfängergeräts dargestellt werden können. Mit modernen Audio-Coding-Verfahren, die z.B. von der schwedisch-deutschen Firma Coding Technologies entwickelt wurden, kommt DRM mit weniger als 25 Kilobit pro Sekunde je Stereokanal aus. Für ergänzenden Text stehen dann noch etwa 80 Bits pro Sekunde zur Verfügung.
Das DRM-Konsortium erwartet bis Ende 2006 in Europa eine Million DRM-Empfänger und täglich 700 Programmstunden von DRM-Sendern. Bis Ende 2008 sollen es schon vier Millionen Geräte und 1.600 Sendestunden sein.