Nach Informationen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), erledigen bereits 32 Prozent aller Internet-User zwischen 16 bis 74 Jahren Online-Dienste von Behörden, um bestimmte Angelegenheiten zu erledigen oder zu veranlassen. Hierzu zählen beispielsweise das Herunterladen von Dokumenten oder auch das Ausfüllen von Formularen auf der jeweiligen Behörden-Website.
Laut Bitkom hat sich das Angebot und die Nutzung der Behörden-Service-Dienste seit dem Jahre 2002 nahezu verdoppelt. Seinerzeit erledigten gerade einmal 17 Prozent der Deutschen einen Teil ihrer Behördengänge via Internet, es sei aber erwähnt, dass seinerzeit die Angebote noch entsprechend gering und die Möglichkeiten der Bundesbürger hinsichtlich eines Internet-Zuganges noch relativ eingeschränkt waren.
Allerdings: Auch jetzt noch gehört Deutschland im Vergleich zu einigen europäischen Nachbarn eher noch zu den Entwicklungsländern hinsichtlich Online-Behörden-Nutzung, wenn Deutschland im Gesamtdurchschnitt auch etwas über den Durchschnitt liegt. Vorreiter sind nämlich die Benelux-Länder und Skandinavien. Schweden und die Niederlande kamen in 2006 auf eine Nutzungs-Quote von 52 Prozent, Finnland erreichte 47 Prozent.
Alle drei der vorgenannten Länder hatten ihre elektronischen Bürgerdienste in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Hier hat Deutschland noch Nachholbedarf, so der Bitkom. Zu viele Ämter beschränken sich noch darauf, auf ihren Homepages allein Downloads anzubieten. Die Bürger müssen diese Dokumente ausdrucken, ausfüllen und dann per Post einschicken.
Die besten Websites für die Internet-Kontakte bietet die Polizei. Ob Fahrraddiebstahl oder Einbruch - in 10 der 16 Bundesländer nimmt sie Strafanzeigen inzwischen auch direkt per Internet entgegen. Die Betroffenen füllen ihre Schadensmeldungen online aus und übermitteln diese elektronisch. Ein Ausdruck auf Papier ist nicht mehr nötig. Nur Bayern, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen boten diese Möglichkeit im 1. Halbjahr 2007 noch nicht an, so die Erhebung des BITKOM. Als besonders erfolgreich gilt Nordrhein-Westfalen. Hier sind seit März 2004 mehr als 60.000 Strafanzeigen online eingegangen.