Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass vor allem viele Jugendliche unter 20 Jahren sehr oft einen Sprachschatz an den Tag legen, als ob es sich um Kinder von Ausländern handelt, die gerade einmal einige Jahre in Deutschland leben? Obwohl es sich eindeutig um deutschstämmige Kinder handelt, die in Deutschland aufgewachsen und in Deutschland zur Schule gegangen sind, klingt die Sprache abgehackt, nuschelig und ist weit von einer sauberen deutschen Aussprache entfernt.
Die Ursache dieses Verfalls könnte unter Umständen auch in den Konsummitteln der Kinder liegen. So hat die Universität von Washington jetzt beispielsweise eine Studie veröffentlicht, in der es um das Sprachvermögen fernsehender Kleinkinder ging. Hierbei haben die Wissenschaftler festgestellt, dass sich das Sprachvermögen dieser Kleinkinder weitaus langsamer entwickelt als bei Kindern, die keine Fernseherfahrung haben.
Es heißt: Für jede Stunde, die fernsehende Kinder täglich vor dem Fernseher verbringen, lernen acht bis 16 Monate alte Kinder im Schnitt sechs bis acht Wörter weniger als Kinder, die sich die Sprache ohne Fernsehprogramme oder Baby-Sprach-DVDs aneignen.
Mit Hilfe eines 90 Wörter umfassenden standardisierten Sprachtests, haben die Wissenschaftler bei über 1000 Familien das Sprachverständnis der Babys abgefragt. Gegenüber dem Time Magazine sprach einer der Studienleiter, Dr. Dimitri Christakis, von einem zehnprozentigen Sprachrückstand der fernsehenden Kinder gegenüber Kindern, die keine Fernsehsendungen sehen würden. Es heißt, je mehr Fernsehen die Kleinen konsumieren, desto weniger Wörter zählt ihr Sprachschatz.