In einer Telekom-Ausschreibung wurde die Stadt Friedrichshafen im Februar diese Jahres zur so genannten "T-City"-Stadt gekührt und kann fortan mit erheblichen finanziellen Zuschüssen für Telekommunikationsdienste wie das VDSL-Netz, UMTS-HSDPA-Mobilfunknetz sowie für weitere integrierte IT-Lösungen rechnen. Am Beispiel dieser Stadt will die Telekom zeigen, welche Chancen und Potenziale in der flächendeckenden, durchgängigen Nutzung moderner Technologien liegen, sowohl in IT-Lösungen, im Mobilfunk oder im Festnetz.
Diese Woche nun hat Friedrichshafen das erste Projekt mit der Deutschen Telekom auf den Weg gebracht. Im Rahmen der so genannten "mobilen Visite" werden ab sofort zehn chronisch Kranke Menschen mit einer Herzschwäche "telemedizinisch" betreut. Über die Gesundheitstelematik-Plattform Motiva von Philips werden dabei die Daten des jeweiligen Patienten von Blutdruck- und Pulsmessgeräten an eine Settop-Box gefunkt, die diese wiederum ins Klinikum Friedrichshafen überträgt. Dort schlägt ein Rechner Alarm, wenn kritische Werte erreicht werden.
Zur Einführung der mobilen Visite betonte Ferdinand Tempel von der Deutschen Telekom, dass es nicht bei der Fernüberwachung von Herzschwächen bleiben wird. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung: "Weitere Erleichterungen für Patienten mit anderen Leiden wie zum Beispiel Rückenbeschwerden, Asthma, Diabetes, Adipositas werden folgen". Neben der Messwerterfassung und -übertragung soll auch ein Diagnostikportal aufgebaut werden.
Die an dem Projekt beteiligten Ärzte erwarten durch die mobile Visite auch einen eigenverantwortlichen Umgang des Patienten mit seiner Krankheit. Außerdem könnten mit dem Telemonitoring mehr Menschen engmaschiger versorgt werden, meint Detlev Jäger, aus der Kardiologie des Klinikums Friedrichshafen.