Geht es nach dem Willen der britischen Regierung, so werden zukünftig alle Examensergebnisse von Schülern ab 14 Jahren in eine Datenbank abgespeichert, die ein Leben lang abrufbar bleiben. Diese, bereits bestehende, Datenbank mit der Bezeichnung "Managing Information Across Partners" (MIAP) enthält Informationen wie beispielsweise Name und Anschrift des Schülers, das Alter, besuchte Kurse, Noten und sämtliche Schulabschlüsse. Zugang zu dieser Datenbank sollen unter anderem Universitäten oder Arbeitgeber erhalten, um mögliche Manipulationen der Lebensläufe auszuschließen.
Wie nicht anders zu erwarten, werden diese Pläne von den Lehrern, Elternvertretern und auch Datenschützern heftig kritisiert. Gerade in der jüngeren Vergangenheit waren schon öfter sensible Daten bei britischen Behörden "verloren gegangen" und eine derartige Datenbank wäre ein weiterer Schritt zum "gläsernen Menschen im Staate Großbritannien".
Heftig diskutiert und kritisiert wird die Tatsache, dass jeder Schüler eine Kennummer erhalten soll, die eindeutig zuordenbar ist und lebenslang Gültigkeit haben soll. Diese Nummer nennt sich 'Unique Learner Number' (ULN) und soll die derzeit zugewiesene Nummer 'Unique Pupil Number' ersetzen, die bei den Schülern bis dato nach Abschluss der Schule gelöscht wird.
Die britische Regierung hingegen versucht die Brisanz der Datenspeicherung herunterzuspielen. Es heißt, das MIAP-System wäre absolut sicher und außerdem würden lediglich Daten konzentriert werden, die bereits über andere Datenbanken abrufbar seien. Die ULN-Nummer soll zwar helfen, die entsprechende Person über alle Behörden "aufspüren" zu können, dennoch dient das System nicht zur Verfolgung von Menschen, … so die Behörden.