Im Frühjahr 2007 war der selbsternannte 'Spam King' Robert Soloway von den US-Behörden verhaftet worden. Unverblümt hatte der sich Spammer jahrelang mit seinen Aktivitäten gebrüstet und selbst Softwaregrößen wie Microsoft verhöhnt. Dann aber hatten die US-amerikanischen Ermittlungsbehörden genügend Beweise gesammelt, um den 28-jährigen Soloway verhaften zu können. Unter anderem wird Soloway vorgeworfen, gegen das US-Anti-Spam-Gesetz "CAN SPAM Act" verstoßen zu haben. Insgesamt ging es aber um 40 Anklagepunkte, darunter auch um Identitätsdiebstahl, Geldwäsche oder Steuerhinterziehung.
Kurz vor Eröffnung seines Prozesses hat Soloway sich nun in drei der 40 Anklagepunkte für schuldig bekannt, und zwar für Betrug, E-Mail-Betrug und Steuerhinterziehung. Nach einem Bericht der 'Seattle Post Intelligencer' wird die Staatsanwaltschaft alle anderen Vorwürfe fallen lassen, weil sich das Gerichtsverfahren durch dieses Geständnis erheblich verkürzt. Dennoch erwarten dem Spam-König jetzt bis zu 26 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 625.000 US-Dollar.
Wie es heißt, soll Soloway seit 2003 für den Versand von Millionen von unerwünschten Werbe-E-Mails verantwortlich sein. Außerdem habe er eine Software mit der Bezeichnung "Dark Mailer" für den Versand von Massenmails angeboten oder auch die E-Mail-Header so manipuliert, dass der Empfänger der Mail auch gleichzeitig als Absender erscheint.
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung bezweifeln, dass Soloway jemals die mögliche Geldstrafe und andere Schadensersatzforderungen ausgleichen kann. "Tatsache ist, er ist pleite", wird Soloways Anwalt von der Seattle Times zitiert. Die US-Behörden konnten lediglich persönliche Gegenstände wie Sonnenbrillen, Schuhe oder Bekleidung im Wert von maximal 25.000 US-Dollar konfiszieren. Alles andere, wie beispielsweise sein Apartment oder sein Luxus-Auto seien nur geleast gewesen, heißt es in dem Bericht.