Lange, lange hat es gedauert, aber nun hat die Mozilla Foundation, nach sechs A-Versionen, endlich die erste Beta-Version für die Websuite Mozilla 1.8 veröffentlicht. Mozilla 1.8 Beta 1 kann kostenlos in Versionen für Windows, Linux und Mac OS X von der Webpage des Projekts heruntergeladen werden. Es gebe keine wesentlichen neuen Funktionen, heißt es in einer Mitteilung auf Mozillazine , sondern einige Verbesserungen im Detail. Die vorliegende Beta bietet nativen XML-Support für JavaScript auf Basis von ECMAScript for XML. Die Version 1.7.6 der Websuite, die voraussichtlich laut Mozillazine kommende Woche erscheint, soll einige der Verbesserungen aus Firefox 1.0.1 und Thunderbird 1.0.1 enthalten.
Mozilla-Entwickler Asa Dotzler schreibt derweil, die Websuite werde in der Version 1.7 mindestens noch ein Jahr lang mit allen Sicherheits- und Stabilitätsverbesserungen versehen. Ursprünglich sollte 1.4 die letzte stabile Version sein, doch nach der im Sommer 2004 überarbeiteten Roadmap wurde sie von der Version 1.7 mit stabiler, künftig unveränderter API als Grundlage für Eigenentwicklungen von Firmen und selbstständigen Programmierern abgelöst. Dotzler setzt sich für den seit zwei Jahren diskutierten Plan ein, die Entwicklung der Suite hinten anzustellen und sich auf die Einzelanwendungen Firefox und Thunderbird zu konzentrieren.
Mozilla bezeichnet sowohl die Open Source-Plattform der Mozilla Foundation, als auch ein Anwendungspaket, das eines der Produkte des Mozilla-Projekts ist. 1997/1998 hat Netscape seine Open-Source-Site "Mozilla" ins Leben gerufen. Damals stellte der Browser-Pionier den Quellcode für den Communicator inklusive Navigator und anderen Internet-Tools zur Verfügung.
Der Name "Mozilla" kommt von dem ersten Codenamen des Netscape Navigator und ist heute in Form eines Comic-Dinosauriers das Maskottchen der Site.
Schnell aber erwies sich der Quellcode des Mozilla Browsers als zu aufgebläht und zu umständlich als Open-Source-Projekt und so entwickelte sich eine schlanke und abgespeckte Version mit dem Namen Phoenix (Web-Browser) und Minotaur als (E-Mail Client).
Dummerweise gibt es den BIOS-Hersteller Phoenix, der aus markenschutzrechtlichen Gründen gegen die Namensgebung Widerspruch einlegte. Aus diesem Grund hatte man sich entschlossen, den Phoenix - Web Browser in "Firebird" umzutaufen und der E-Mail-Client sollte zukünftig "Thunderbird" heißen. Schon bei der Ankündigung der Umbenennung auf "Firebird" gab es Bedenken, da ein Open-Source-Projekt gleichen Namens existiert: Die relationale Datenbank Firebird basiert auf Borlands Interbase-Technik. Ironischerweise heißt die Organisation, die unter anderem die Website für Interbase- und Firebird-Entwickler betreibt, IBPhoenix. Anfang 2004 wurde Firebird in Firefox umbenannt in der Hoffnung, dass nun endlich alle Namensquerelen beseitigt sind.