Jeder, der bereits einmal im Internet Waren über einen Online-Shop bestellt hat weiß, dass er seine Kontakt-Daten, wie Name, Anschrift oder E-Mail-Adresse anzugeben hat. Nun teilt das auf den Internet-Handel spezialisierte Inkasso-Unternehmen "Mediafinanz" mit, anhand der E-Mail-Adresse lasse sich zumeist auch die Zahlungsmoral des Bestellkunden erkennen. Kunden mit kostenpflichtigen E-Mail-Adressen seien in der Regel wesentlich zuverlässiger als Kunden mit einem Free-Mail-Account.
Am Donnerstag hieß es aus Osnabrück, dem Sitz des Unternehmens, die Mediafinanz sehe sich immer mehr mit Bestell-Kunden konfrontiert, die die Anonymität des Internets auszunutzen versuchen, um ohne Bezahlung an Waren zu kommen. Dies werde ihnen durch Anbieter kostenloser E-Mail-Accounts erleichtert, da vielfach die wahre Identität des Account-Inhabers nicht ausreichend nachgeprüft wird.
Die Mediafinanz habe zwar eine Häufung der "schwarzen Schafe" mit Free-Mail-Accounts festgestellt, doch könne und wolle das Unternehmen die Kausalität zwischen Free-Mail-Account und zahlungsunwilligen Kunden nicht verallgemeinern. Bei der Ermittlung möglicher Zusammenhänge wurden insgesamt 360.000 offene Forderungen mit E-Mail-Accounts verglichen.
Laut Mediafinanz bergen die Benutzer der E-Mail-Provider 'hotmail.de' (-11,89 Prozent), 'alicedsl.de' (-10,36 Prozent) und 'msn.com' (-7,53 Prozent) das höchste Zahlungsausfallrisiko. 'Onlinehome.de' (19,08 Prozent), 'online.de' (12,62 Prozent), beide vom Anbieter 1und1 Internet AG, und 't-online.de' (9,68 Prozent) haben hingegen relativ gute Erfolgsquoten.