Die deutsche Filmindustrie nimmt den Weltfrauentag zum Anlaß, ihre Anti-Raubkopierer-Kampagne auszubauen. Sie verweist darauf, dass auch etliche weibliche ComputernutzerInnen illegal Filme und Musik aus dem Internet auf den Computer herunterladen und auf CD-ROMs oder DVDs brennen.
Die Zukunft Kino Marketing GmbH, die hinter der Kampagne "Hart aber gerecht" steht, hatte bisher eher die männlichen Vertreter im Visier. Anlässlich des Weltfrauentages sei es aber an der Zeit zu verdeutlichen: "Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen".
Eine aktuelle repräsentative Studie im Auftrag der Filmförderungsanstalt zeigt, dass die Quote an weiblichen “Brennern“ steigt und 2004 schon 7,1 Prozent der deutschen Frauen Filme auf DVDs oder CDs brannten. Um diesem Trend entgegen zu wirken will die Filmindustrie sich nun gezielt Raubkopiererinnen vorknöpfen und klarmachen, dass Raubkopieren eine Straftat ist.
"Viele Frauen fühlten sich bisher nicht so stark wie Männer von unserer Kampagne 'Raubkopierer sind Verbrecher' angesprochen. Das wollen wir ändern und haben daher das Plakat 'Auch Raubkopiererinnen sind Verbrecherinnen' kreiert, das deutschlandweit an Kinos und Videotheken zum Weltfrauentag ausgeliefert wird", kommentiert Dr. Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH
Die Notwendigkeit ihrer Kampagne stellt die Filmwirtschaft exemplarisch an einem Fall aus Ostfriesland dar: So bezog eine Frau Sozialhilfe und besserte diese durch den Handel mit Raubkopien auf. So konnten zum Beispiel aktuelle Filme bei ihr bestellt werden. Dieser einträgliche Handel flog auf, als die Raubkopiererin ihr BMW Cabrio veräußern wollte. Dies nahm die Stadtverwaltung zum Anlass, die Lebensumstände noch einmal zu überprüfen und entdeckte dabei den illegalen Handel.