Am 30.06.08 wurde bekannt, dass das bekannte Online-Auktionshaus 'eBay' erneut eine Strafe für die Vermittlung (Versteigerung) von gefälschten Luxusgütern einstecken musste. Das Pariser Handelsgericht sprach das Online-Aktionshaus für schuldig, gefälschte Luxusgüter des Dior-Mutterkonzerns LVMH versteigert zu haben. Hierbei ging es unter anderem um gefälschte Handtaschen und Koffer von Louis Vuitton Malletier, Christian Dior Couture sowie Produkte von vier Parfüm-Töchter der LVMH.
Bereits im Juni dieses Jahres war eBay zur Zahlung von 20.000 Euro Schadensersatz verurteilt worden, seinerzeit ging es um die widerrechtliche Vermittlung von Handtaschen des Herstellers Hermés. Bereits im September vergangenen Jahres hatte zudem L'Oréal aufgrund gefälschter Parfumflaschen Anzeige gegen eBay erstattet.
Jetzt gestern, gab es einen heftigen "Schuß" vor dem Bug des Handelsriesen, nämliche eine saftige Strafe von rund 38,6 Millionen Euro, die eBay jetzt als Schadensersatz zu zahlen hat.
eBay reagierte sofort auf das Urteil, kritisierte allerdings die Geschäftspraktiken des Klägers Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH). In einer Stellungnahme heißt es, eBay beschäftigt alleine 2000 Mitarbeiter, um gefälschte Artikel auf dem Portal aufzuspüren und investiert auf diese Weise jährlich gut 20 Millionen US-Dollar. Im gestrigen Urteil ginge es jedoch nicht um den Kampf gegen Produktfälscher, sondern mehr um den Versuch des Klägers, den freien Wettbewerb für derartige Artikel zu verhindern. Das jetzige Urteil zielt nämlich auch auf Original-Produkte, die aus zweiter Hand veräußert werden.
Der Versuch, beide Bereiche, also Produktfälschungen und Original-Artikel aus zweiter Hand in einem Urteil miteinander zu verbinden deute darauf hin, so eBay, die Marktmacht der Designer-Hersteller zu stärken. eBay kündigte deshalb auch an, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen.