Aus einer Börsen-Pflichtmitteilung geht hervor, dass die United Internet AG aus Montabaur große Teile des Unternehmens Web.de übernehmen will. Im Rahmen einer Allianz verhandeln die Unternehmen über die Übernahme des Geschäftsbereiches Internet-Portal von Web.de ..."mit allen Mitarbeitern, Technologien, Vermögensgegenständen sowie Marken- und Lizenzrechten"... .
In der Mitteilung heißt es: "Über das Vorhaben wurde am heutigen Mittwoch eine Absichtserklärung unterzeichnet. Der Vollzug der Übernahme hängt noch von der Zustimmung der Unternehmensgremien und der Freigabe des Zusammenschlusses durch die zuständigen Kartellbehörden ab". Für die Übernahme wird United Internet voraussichtlich 200 Millionen Euro in bar sowie 5,8 Millionen Unternehmensaktien bezahlen. Diese 5,8 Millionen Aktien haben derzeit etwa einen Wert von 133 Millionen Euro und damit hätte Web.de einen Anteil an United Internet von etwa 10 Prozent.
Mit der Übernahme sämtlicher Web.de-Internetprodukte (also Portal, die Online-Dienste und den E-Mail-Service), werden sich kartellrechtliche Fragen aufwerfen. Mit 1&1 und GMX verfügt United Internet im Bereich Hosting, DSL und E-Mail-Services über eine erhebliche Marktdominanz. Gemeinsam mit Web.de hätte United Internet dann eine Reichweite über mehr als 16 Millionen Nutzer monatlich und würde somit der größte Portal- und Internet-Dienstleister werden (T-Online hat etwa 13 Millionen Nutzer).
Noch im Januar 2005 hieß es : "Nach einem von der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden und Mitgründer Matthias Greve, will Web.de innerhalb der nächsten 10 Jahren das größte Telekommunikations-Unternehmen weltweit werden. Zunächst "peilt" Greve für 2005 eine "deutliche" Umsatzsteigerung an und setzt dabei auf Bezahldienste und Internet-Telefon. Mit der Zusammenschaltung von Web.de, Sipgate und Freenet, Anfang Dezember, biete man schon jetzt 200.000 zahlenden Kunden diesen Dienst an und nun will Greve "richtig Gas geben".
Richtig Gas geben kann nun United Internet (vorausgesetzt, die Aufsichtsbehörde stellt sich nicht in den Weg).