Die meisten von uns werden wohl den Science-Fiction-Film 'Terminator I' von James Cameron aus dem Jahre 1984 kennen: Im Kern der Geschichte geht es darum, dass von der 'Film-Firma' "Skynet" ein computerunterstützes Überwachungsprogramm für die Sicherheit der Menschen geschaffen wurde, dieses Programm sich aber letztlich verselbständigte, den dritten Weltkrieg auslöste, um dann die komplette Menschheit auszulöschen.
Gut 24 Jahre später ist dieses Szenario ein Stück Wirklichkeit geworden: automatische Computerprogramme sorgten am Montag dafür, dass die Aktie des US-amerikanischen Konzerns 'United-Airlines' (UAL), innerhalb weniger Minuten um 76 Prozent an Wert verloren, bis die Börsenaufsicht den Handel um diese Aktie aussetzte.
Der Hintergrund war zunächst eine alte News aus dem Jahre 2002, worin über die seinerzeitige UAL-Insolvenz berichtet wurde. Nach Meinung des Wall Stree Journals, gelangte dieser Artikel über die Suchfunktion des Online-Portals der Tageszeitung "South Florida Sun-Sentinel" wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Am vergangenen Wochenende hatte es über Florida mehrere Stürme gegeben und zahlreiche Menschen haben daraufhin nach Flugabsagen der United Airlines im Internet gesucht. Durch den häufigen Aufruf zeigte sich dieser Artikel auf der Webseite dann als "Most viewed" (am häufigsten gelesen), wurde prominent gelistet und prompt von Google Suchroboter bei Google-News als aktuelle Meldung aufgenommen.
Durch Google-News erreichte die alte Meldung einen noch größeren Leserkreis, ein Borsenanalyst der Beratungsfirma 'Income Securities Advisors' verwies auf diese Geschichte und auf diese Weise gelangte die Meldung auf dem Terminal der Finanz-Nachrichtenagentur 'Bloomberg'. Minuten später stürzte der Kurs der United-Airlines um 76 Prozent ins bodenlose. Zwischenzeitlich hat sich die Aktie wieder erholt, lag am Mittwoch aber immer noch um elf Prozent niedriger als vor dem Crash.