Unter dem Motto: "Internetportale als Kernstück des kommunalen eGovernments“ fand am 18.05.05 im Landratsamt Ludwigslust eine Fachtagung statt, an der sich etwa 150 Teilnehmer angemeldet hatten. Behandelt wurde die Frage, wie Kommunalverwaltungen bevorstehende Anforderungen im eGovernment gerecht werden können, was eGovernment leisten muss und in welchem Kostenrahmen sich entsprechende Projekte bewegen sollten. Die Region Westmecklenburg ist als eine von bundesweit drei Testregionen für beschleunigten Bürokratieabbau auch Vorreiter bei der Einführung der elektronischen Verwaltung, die den Bürgern den Gang zum Amt ersparen soll.
Im Ergebnis dieser Fachtagung wurde festgestellt, dass nicht jede kleine Kommunalverwaltung für sich auf eGovernment umstellen sollte, sondern dass es eine einheitliche große Lösung geben muss (zu mindestens auf Landesebene). "Dieser Prozess ist sehr, sehr komplex", sagte der Organisator der Tagung, der Kommunikationschef des Landkreises Ludwigslust, Joachim Müller. "Es ist nicht sinnvoll, dass jede Behörde oder Kommune für sich ihre Arbeit auf die Abwicklung via Internet umstellt, sondern dass es eine einheitliche, große Lösung ,beispielsweise für das ganze Land, gibt. Dabei ist eine intensive Abstimmung und Kooperation der beteiligten Politiker, Verwaltungen und Techniker wichtig. Der jeweils politisch Verantwortliche müsse das Projekt zudem zur Chefsache machen, weil zahlreiche strategische und finanzielle Entscheidungen zu treffen sind, die außerhalb der Kompetenzen der unmittelbar Mitwirkenden liegen“. Müller meinte weiter: "Zugleich sei deutlich geworden, dass ein solches Vorhaben nicht ohne aktive Mitwirkung der Wirtschaft bewältigt werden könne. Für sie sei der Nutzen letztlich größer, als für die Verwaltung selbst".
eGovernment: Gemeint ist die Abwicklung von staatlichen Verwaltungsakten und Dienstleistungen mit elektronischen Mitteln. E-Government ist eine Sonderform des E-Business mit dem Unterschied, dass auf der einen Seite nicht eine Firma, sondern ein Amt oder eine Behörde steht und auf der anderen der Bürger statt eines Kunden.