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BenQ übernimmt Siemens Handysparte komplett

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BenQ übernimmt Siemens Handysparte komplett


Bis gestern wurde noch spekuliert , Siemens hat für seine kränkelnde Handysparte mit BenQ einen neuen Partner gefunden. Hierbei wurde stets von Beteiligungen gesprochen; Siemens wollte die Spekulationen aber nur dahingehend bestätigen, dass am Montag eine außerordentliche Telefonkonferenz geplant sei, bei der es um die Handysparte ginge.

Heute heißt es offiziell von der Siemens AG München: Der Siemens-Konzern trennt sich von seinem verlustreichen Mobiltelefongeschäft mit 6.000 Beschäftigten. Der taiwanische BenQ-Konzern übernimmt die Sparte komplett. Hierzu gehören auch die nordrhein-westfälischen Siemens-Werke in Bocholt und Kamp- Lintfort, mit zusammen 4.200 Beschäftigten.

Sofern die Kartellbehörden und die BenQ-Hauptversammlung ihre Zustimmung erteilen, soll das Geschäft zum 30. September 2005 über die Bühne gehen. Sofern der chinesische Partner von BenQ seine Zustimmung erteilt, wird auch die Siemens-Fabrik in Shanghai übernommen. Hauptsitz der neuen BenQ-Sparte soll dann München sein. BenQ wird sich mit der Übernahme die Rechte an der Marke Siemens für die nächsten fünf Jahre sichern, hieß es in der Verlautbarung. Für die Siemens-Mitarbeiter wird sich nicht viel ändern, wurde versichert. Alle 6.000 Beschäftigte werden einschließlich Beschäftigungsversicherungsvertrag übernommen. Darüber hinaus gibt es aber keine weiteren Beschäftigungsgarantien, sagte ein Siemens-Sprecher. Beschäftigte, die im Konzernbereich -Schnurlostelefone- arbeiten, sind von diesem Deal nicht betroffen.

Das Unternehmen -BenQ- ging Ende 2001 aus einer Ausgründung der Multimediaabteilung Communications and Multimedia des Computerherstellers Acer als unabhängige Firma hervor. Neben Handys stellt BenQ unter anderem auch Flachbildschirme, Laptops und Brenner her. In der Handy-Sparte hat BenQ derzeit einen Marktanteil von etwa vier Prozent. Etwa 60 Prozent des Umsatzes wird mit der Produktion für andere Unternehmen erwirtschaftet. Durch die Herstellung von Mobiltelefonen der Marke Siemens erhofft BenQ, sich dem Druck auf dem asiatischen Markt teilweise entziehen zu können, hieß es am Wochenende. Für Europa hat sich Unternehmenschef Lee Kun-yao für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent vorgenommen.

Artikel von M. Hellmann - Di, 07.06.2005
Rubrik: E-Commerce
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