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BenQ - Siemens-Handy - nun weht ein anderer Wind

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BenQ - Siemens-Handy - nun weht ein anderer Wind


Nachdem die taiwanische Firma BenQ die Siemens-Handy-Sparte komplett übernehmen wird, werden die neuen Herren hinsichtlich Produktivität und Effektivität deutlicher: KY Lee, der Chef des BenQ-Konzerns mit Hauptsitz in Taiwan, verlangt von den Beschäftigten am deutschen Standort mehr Flexibilität. "Wir erwarten nicht, dass die Deutschen so hart arbeiten wie die Chinesen. Aber in jedem Fall müssen sie erkennen, dass sich die Handysparte in einer sehr kritischen Lage befindet und dass jeder verlieren wird, wenn wir uns gegen den Wandel sperren", so Lee gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die Arbeitsplätze im Werk in Kamp-Lintfort sind bis Mitte 2006 gesichert. Entsprechende Vereinbarungen, die Siemens mit den Arbeitnehmern getroffen hatte, gelten weiter. "Anschließend werden wir aber offen darüber sprechen müssen, was für alle Seiten am besten ist", sagte Lee.

Lee machte häufige Managementwechsel für die Probleme in der verlustreichen Siemens-Handysparte verantwortlich. "Daher waren die Entscheidungen nicht stetig. Siemens konnte nicht rechtzeitig auf den sich wandelnden Markt reagieren", so Lee weiter. Die Kosten sind seiner Ansicht nacht nicht das größte Übel. Siemens habe zu stark auf Niedrigpreisprodukte gesetzt. In Hochpreisländern müsse man sich auf Produkte mit hohem Mehrwert konzentrieren.

Sofern die Kartellbehörden und die BenQ-Hauptversammlung ihre Zustimmung erteilen, soll BenQ das Geschäft zum 30. September 2005 übernehmen. Dabei soll auch die Siemens-Fabrik in Shanghai übernommen werden. Hauptsitz der neuen BenQ-Sparte wird dann München sein. BenQ hat sich mit der Übernahme die Rechte an der Marke Siemens für die nächsten fünf Jahre gesichert. Beschäftigte, die im Konzernbereich -Schnurlostelefone- arbeiten, sind von diesem Deal nicht betroffen.

BenQ hat die Weichen für die geplante Aktienemission bereits gestellt. Der Aufsichtsrat hat der Ausgabe von bis zu 100 Millionen neuen Anteilsscheinen zugestimmt, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung an die taiwanische Börsenaufsicht. Siemens wird den Großteil des Aktienpaketes für 250 Millionen Euro übernehmen und damit einen Anteil von 2,5 Prozent an BenQ erwerben.

Das Unternehmen -BenQ- ging Ende 2001 aus einer Ausgründung der Multimediaabteilung Communications and Multimedia des Computerherstellers Acer als unabhängige Firma hervor. Neben Handys stellt BenQ unter anderem auch Flachbildschirme, Laptops und Brenner her. In der Handy-Sparte hat BenQ derzeit einen Marktanteil von etwa vier Prozent. Etwa 60 Prozent des Umsatzes wird mit der Produktion für andere Unternehmen erwirtschaftet. Durch die Herstellung von Mobiltelefonen der Marke Siemens erhofft BenQ, sich dem Druck auf dem asiatischen Markt teilweise entziehen zu können. Für Europa hat sich Unternehmenschef Lee für dieses Jahr ein Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent vorgenommen.

Artikel von M. Hellmann - Sa, 11.06.2005
Rubrik: Telekommunikation
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