Weil der japanische Forscher Yoshio Hayasaki den vielen Ausweisen und Kreditkarten überdrüssig war, hat er nach alternativen Speichermethoden für Daten gesucht und ist dabei auf menschliche Fingernägel als potentielle Datenträger gestoßen. Das berichtet die Fachzeitschrift Optics Express (Abstract). Hierin werden Yoshio Hayasaki und seine Kollegen von der Tokushima Universität zitiert, die Experimente mit 2 x 2 Quadratmillimeter "großen" Fingernägeln durchgeführt haben.
Es wird berichtet, die Forscher hätten mit einem Titan-Saphier-Laser ein Fingernagelstück beschrieben, der die Pulse von rund 100 Femtosekunden (1 Femtosekunde = 10 hoch minus 15 Sekunden) und 800 Nanometer Wellenlänge punktuell auf drei verschiedenen Aufzeichnungsschichten in 40, 60 und 80 Mikrometer Tiefe fokussierte. Dabei wurde jedes Bit mit einem Durchmesser von etwa 3 Mikrometern einzeln durch einen Puls gesetzt. Eingelesen wurden die Informationen mit einem Schrittmotor, der das Fingernagelstück um 5 Mikrometer seitwärts sowie zum Wechsel der Schichten um 20 Mikrometer in die Höhe veränderte. Ausgelesen wurden die Informationen mit einem optischen Fluoreszenzmikroskop, das unter UV-Bestrahlung die eingeschriebenen Bitmuster sichtbar macht und in einem CCD-Bildsensor überträgt. Bei einer nutzbaren Fläche von 5 x 5 Quadratmillimetern, lassen sich auf diese Weise 5 Megabit abspeichern, so der Artikel.
Das Forscherteam arbeitet bereits an einem System, das die Daten auf die Kuppe eines lebendigen Fingers schreiben kann. "Eine Schlüsselanwendung wird die individuelle Authentifizierung sein", glaubt Yoshio Hayasaki. Die eingelesenen Daten werden allerdings nicht lange halten, denn nach maximal 170 Tagen ist ein durchschnittlicher Fingernagel komplett ausgewachsen.