Eine Delphi-Befragung des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) kommt zu dem Schluss: Das Internet wird auch zukünftig nicht den persönlichen Kontakt ersetzen können. Die Erhebung wurde von Mitte September bis Ende Oktober 2005 unter deutschsprachigen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt. Die Befragten gaben darin ihre Einschätzung darüber ab, welche Änderungen die Informationstechnologie für Arbeit, Freizeit, soziale Kontakte, Gesundheit, Mobilität, Bildung und Sicherheit bis zum Jahr 2020 bringen wird und welche überhaupt wünschenswert sind.
Laut Studie gehen die Fachleute davon aus, dass die virtuelle Zusammenarbeit Effizienz, Kreativität und Innovation in den Unternehmen zwar fördern wird, dass aber zwischenmenschliche Kontakte sich nicht durch Technik ersetzen lassen. "Eine weit reichende Virtualisierung der Freizeitgestaltung erwarten die Experten nicht", heißt es in der Studie. Für unwahrscheinlich halten die Experten, dass etwa mehr als die Hälfte der Menschen beispielsweise virtuelle Museen besuchen werden, hier bleibt die Notwendigkeit einer persönlichen Präsenz mit einem persönlichen "Plausch".
Die Delphi-Befragung ist ein mehrstufiges Interviewverfahren um Trends und Entwicklungen besser einschätzen zu können. Die Experten wurden über Patent-Datenbanken, IT-Publikationen, Konferenzen oder persönliche Kontakte ausgesucht. Die Studie ist Teil des Projekts FAZIT, ein vom Land Baden-Württemberg gefördertes gemeinnütziges Forschungsprojekt für aktuelle und zukunftsorientierte Informations- und Medientechnologien und deren Nutzung in Baden-Württemberg.
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