Nach einer aktuellen Studie des Antivirensoftwareherstellers Sophos kommen die meisten Spammer immer noch aus den Vereinigten Staaten und aus China. Aus der Studie geht hervor, dass im zweiten Quartal 2006 gut 23,2 Prozent der unseriösen E-Mails aus den USA und gut 20 Prozent aus China kommen. Aus Deutschland registrierte Shophos einen Anteil an Massen-Spam-Mails von gut 2,5 Prozent.
Russland sei zwar nicht in der Rangliste der aktivsten Spam-Länder vertreten, Mitarbeiter der Sophos haben aber nach eigenen Angaben Beweise dafür gefunden, dass russische Spammer umfangreiche Zombie-Netzwerke betreiben. Die Forscher hätten kürzlich eine russische Spam-Preisliste gefunden, nach der der Versand einer Spam-Mail an 11 Millionen russische Adressen für 500 US-Dollar angeboten wurde. Nach dieser Liste haben Unternehmen die Möglichkeit, für gerade einmal 50 US-Dollar gut eine Million Spam-Mails in ein beliebiges Land verschicken zu können.
Die Untersuchungen hätten auch gezeigt, dass die meisten Spam-Mails heute von so genannten "Zombie-Rechnern" kommen. Als Zombie-Rechnern bezeichnet man PCs, die mit Schadecode gezielt infiziert sind, um darüber die Mails zu versenden. Immer beliebter werden laut Sophos "Pump-and-Dump"-Kampagnen, mit denen Aktienkurse bestimmter Firmen mit falschen Informationen bewusst in die Höhe getrieben werden sollen.
Sophos hat in seiner Analyse auch feststellen können, dass die Spammer immer öfter Bilder anstatt Texte einsetzen, um dadurch die Spamfilter zu umgehen. Lag der Anteil an Bild-Spams im Januar dieses Jahres laut Sophos noch bei 18,2 Prozent, stieg dieser bis Juni deutlich auf 35,9 Prozent.
Für seine Auswertung hat Sophos nach eigenen Angaben weltweit „Spam-Fallen“ aufgestellt. Nähere Einzelheiten über Art und Umfang gab das Unternehmen allerdings nicht.
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