Einigermaßen geübte PC-Nutzer können sich gar nicht vorstellen, dass es viele Menschen gibt, die sogar Probleme haben, den Einschaltknopf vom PC zu finden. Viele PC-Nutzer mit Windows-Betriebssystemen schütteln zwar unverständlich mit dem Kopf, warum man zunächst den "Start"-Button betätigen muss, um den Rechner wieder auszuschalten und logisch ist es schon mal gar nicht; doch man hat sich arrangiert und es einfach mal als Fakt akzeptiert.
Dieses einfache Hintergrundwissen hat aber der "gemeine Treckerfahrer" nicht und Logik hilft dort auch nicht weiter. Was ist denn bitte schön ein Betriebssystem und wieso Startknopf beim Ausschalten? Weshalb heißt der Internet Explorer "Internet-Explorer" und wieso sprechen viele davon, dass man mit diesem Ding Internetseiten aufrufen kann, wenn es die Baumstruktur auf dem PC anzeigt? Was bitte ist ein Browser, wo ist der Unterschied zwischen Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher, was ist eine Schnittstelle, wieso parallel und dann seriell, was ist ein Port, RAM, ROM, Laufwerk, Prozessor, Provider, Server, Programm, Datei, Multimedia, Analog oder ISDN und was hat das mit dem PC zu tun?
Viele und tausend andere Fragen hat der "gemeine Treckerfahrer", die er zumeist nicht ausreichend und verständlich erklärt bekommt und dann hilft nur noch eines: Resignation.
Technik-Freaks und Diensteanbieter verstehen die Probleme des "gemeinen Treckerfahrers" nicht und nur all zu oft heißt es dann: "Ja, wenn man sich einen PC kauft, dann sollte man sich schon mit der Technik vertraut machen, sonst soll er einfach fortbleiben!" UND - Die Diskrepanz zwischen Technik-Freaks und Laien wird immer größer: 3-Megapixel-Kamera, Auflösung, TFT, Bluetooth, GSM, GPRS, UMTS, WiMAX, HSDPA, Hotspot, ADSL, VDSL, MBit/s, Kilobit, Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terra. Was ist denn bitte Auflösung, was ist Pixel, Digital-Zoom, Slider-Handy und wo ist der Unterschied zwischen einem Riegel-Handy und einem Barren-Handy und was heißt das denn?
Video on Demand, Triple-Play, 3DSL, Modem, Router, Switch, IPTV, VoIP, WLAN, Prepaid, Postpaid, Handy-Flat, Sprach-Flat, Daten-Flat, MMS, Black-Berry, PIN, SIM und SIM-LOCK? Der "gemeine Treckerfahrer" fühlt sich von all diesen Bezeichnungen einfach erschlagen und viele sind auch tatsächlich nicht in der Lage, all diese Bezeichnungen geistig zu erfassen, zu verstehen und sie dann noch in Verbindung zueinander zu bringen.
Zu diesem Ergebnis kommt - oh welch ein Wunder - auch eine TNS-Studie, die im Auftrag von dem Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister "Accenture" erstellt wurde. Sie wurde im Frühjahr 2006 in acht Ländern in Form einer Onlinebefragung durchgeführt. Jeweils zwischen 800 und 1600 Konsumenten nahmen daran teil. Dabei geben die Ergebnisse Auskunft über die Meinung der Konsumenten in den USA, Deutschland, Italien, Japan, Kanada, Korea, Taiwan und China.
Aber auch selbst diese Studie ist noch falsch, denn es wurde eine Online-Befragung durchgeführt, das heißt, es wurden Menschen befragt, die sich bereits mit der neuen Technologie beschäftigen und schon soweit fortgeschritten sind, dass sie selbst eine Online-Befragung komplett beantworten konnten.
Sei es aber, wie es sei. Im Ergebnis heißt es trotz der Befragung von Menschen, die sich bereits mit der neuen Technik einigermaßen auskennen: Die Anzahl derjenigen Konsumenten nimmt zu, die von neuen Geräten und Funktionen völlig überfordert und frustriert sind. Die Hersteller von Mobiltelefonen, Digitalkameras, MP3-Playern, Spielekonsolen, Computern und Setop-Boxen für neue, interaktive Fernsehangebote stehen vor der Herausforderung, sich künftig noch stärker um ihre Kunden kümmern zu müssen.
Trotz der Begeisterung für digitale Produktinnovationen sind die meisten Konsumenten zunehmend von der Vielzahl von Funktionen oder geringer Benutzerfreundlichkeit der Geräte frustriert. Als Konsequenz gaben mehr als ein Viertel der Befragten an, Produkte zu bevorzugen, deren Nutzen sich auf nur eine Funktion beschränkt. Im internationalen Vergleich haben sogar fast die Hälfte (43 Prozent) keine Lust auf Produkte mit einer Vielzahl von komplexen Funktionen. Viele Konsumenten wünschen sich mehr Hilfestellung und würden dafür auch zahlen: In Deutschland wären 54 Prozent der Befragten bereit, bei der Installation und auftretenden Problemen einen kostenpflichtigen Kundenservice in Anspruch zu nehmen, im internationalen Vergleich sind es sogar mehr als zwei Drittel (69 Prozent).
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