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Standard für 'Powerline' kommt schleppend voran

Nachdem sich abzeichnete, dass das Internet sich mehr und mehr als ungeahnte Kommunikationsplattform etabliert, wurden und werden immer neue Wege gesucht, um den steigenden Bedarf des Datentransfers zu gewährleisten. Neben ISDN - später DSL, Kabel oder Satellit, sollten in den Anfangsjahren (ab 1998) auch Stromleitungen als Träger für Transferdaten dienen und seither ist viel Geld in derartige Pilotprojekte geflossen.

"Powerline" oder besser 'Powerline Communications' (PLC) hieß das Stichwort, doch wirklich glücklich wurden die Energie-Versorgungsunternehmen mit ihren Projekten nicht. Obwohl die Projekte hinsichtlich der Breitband-Übertragung ein großes Potential versprachen, scheiterten so gut wie alle größeren Projekte an einer, nicht realisierbaren Abschirmung der Stromleitungen, wenigstens außerhalb von Gebäuden. Übrig blieben eigentlich nur so genannte 'Inhaus'-Lösungen, also die Vernetzung innerhalb eines Objektes. In diesen Bereichen aber haben die verbliebenen Anbieter erheblich dazu gelernt und können bereits Datentransferleistungen von bis zu 200 MBit/s bieten.

Damit die verschiedenen Powerline-Systeme im selben Stromnetz sich nicht über die Gebühr stören, hat das US-amerikanische Normungsinstitut 'IEEE' eine Arbeitsgruppe (P1901) gebildet, um einen internationalen Standard festzulegen. In der vergangenen Woche traf sich nun die Arbeitsgruppe in Edinburgh, um vier technische Vorschläge für den Last-Mile-Zugang zu begutachten.

Die Arbeitsgruppe warf unter anderem einen Blick auf vier Implementierungen für die Inhaus-Vernetzung; drei kommen wiederum von Intellon, DS2 und Panasonic. Die vierte Lösung stammt vom Powerline-Newcomer Hisilicon.

Angesichts der Flut von Implementierungsvorschlägen dürfte die Arbeitsgruppe vor einem langwierigen Auswahlprozess stehen, ähnlich wie beim nächsten WLAN-Standard 802.11n, dessen Ratifizierung von Treffen zu Treffen nach hinten verschoben wurde.

Als wesentliches Ergebnis des Edinburgher Treffens konnte Siconnect verkünden, dass deren Quality-of-Service-fähiger Koexistenzmechanismus für nähere Begutachtung beim nächsten Treffen im Oktober ausgewählt wurde. Die QoS-Fähigkeit ist dabei besonders gefragt, weil die schnelle Powerline-Technik auch für ruckelfreie Video-Übertragung zum Einsatz kommen soll.


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