Artikel:
3GSM - Siemens stellt HSDPA-Karte vor

Auf dem 3GSM World Congress (Link 1) in Cannes gab es die ersten HSDPA (Link 2)-Karten von Siemens (Link 3) zu sehen. Diese Karten, mit der zukünftigen Bezeichnung -DC10- , waren bereits im vergangenen Herbst von Siemens im Rahmen einer Komplettlösung angekündigt worden. Damals hatte Siemens in London die erste End-to-End-Lösung für High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) vorgestellt, mit der Downloads über das UMTS-Netz beschleunigt werden sollten. Die Gesamtlösung beinhaltete die erforderliche Zusatzausrüstung für UMTS (Link 4)-Netze sowie einer HSDPA-fähigen UMTS-Karte für den PC-Card-Slot (Link 5) von Notebooks. Die nun vorgestellte Multi-Mode-Datacard basiert auf einem Chipsatz von Qualcom und funkt sowohl in UMTS-Netzen als auch in nahezu allen GSM (Link 6)-Netzen weltweit.

UMTS hat normal eine Empfangsleistung von 384 kBit/s und eine Sendeleistung von 64 kBit/s. Ist HSDPA verfügbar, so liegt die Empfangsrate mit der Siemens-Karte bei zwei bis drei Megabit/s. Das ist in etwa die Geschwindigkeit, als wenn man mit DSL (Link 7) im Internet surfen würde. In der ersten Ausbaustufe von HSDPA liegt das Maximum bei 3,6 Mbit/s, im Endausbau lassen sich theoretisch sogar 14,4 MBit/s erreichen. Diese Geschwindigkeiten lassen sich mit der hochwertigeren Modulationsart 16QAM (16 Quadratur Amplituden Modulation) erreichen. Die Sendeleistung bleibt vorerst bei 64 kBit/s, die notwendige Technik ist aber bereits mit HSUPA (Link 8) (High Speed Uplink Packet Access) vorhanden.

In Netzen wie GSM nutzt die Siemens DC10 den paketorientierten Datendienst GPRS oder -wenn das Netz es anbietet- den schnelleren EDGE (Link 9)-Dienst. EDGE erreicht bei guten Sende- und Empfangsverhältnissen Datenraten, die zwischen GPRS und UMTS liegen.

Siemens Communications-Chef Lothar Pauly (Link 10) kündigte auf der Pressekonferenz in Cannes an, auch ein eigenes UMTS-Handy auf dem Markt bringen zu wollen, das erstmals auf der CeBIT (Link 11) in Hannover offiziell vorgestellt wird.

Um Siemens Handy-Sparte hatte es in der letzten Zeit erheblichen Wirbel gegeben. Noch Anfang Februar 2004 veröffentlichte -Die Welt am Sonntag- ein Interview vom neuen Siemens-Chef Kleinfeld wo es hieß: "Wir halten uns in der schwächelnden Handy-Sparte alle Optionen offen. Siemens hat es versäumt, rechtzeitig UMTS-fähige Mobiltelefone zu entwickeln, nun kommt der Konzern bei den Preisen für seine aktuellen Geräte unter Druck. Wir haben in dieser Sparte in den letzten Monaten mehr als eine Million Euro pro Tag versenkt." Das belegen auch die veröffentlichten Zahlen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004 / 2005. Hiernach ergab sich für Siemens im Bereich Mobiltelefone ein Verlust von 143 Millionen Euro.


Im Artikel enthaltene URLs:
13GSM World Congresshttp://www.3gsmworldcongress.com/congress/
2HSDPAhttp://www.at-mix.de/hsdpa.htm
3Siemenshttp://www.siemens.de/
4UMTShttp://www.at-mix.de/umts.htm
5Slothttp://www.at-mix.de/slot.htm
6GSMhttp://www.at-mix.de/gsm.htm
7DSLhttp://www.at-mix.de/dsl.htm
8HSUPAhttp://www.at-mix.de/hsdpa.htm
9EDGEhttp://www.at-mix.de/gsm_edge.htm
10Lothar Paulyhttp://www.handelsblatt.de/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200014,200811,759268/SH/0/depot/0/
11CeBIThttp://www.messe.de/homepage_d?x=1
 
nach oben