Immer wieder hört und liest man Warnmeldungen, dass die zur Verfügung stehenden Datenleitungen fürs Internet nicht ausreichen und spätestens ab dem Jahre 2010 zu einem Flaschenhals werden, wenn die Internet-Dienstleister und Breitband-Netzbetreiber nicht umgehend reagieren. Erst diese Woche meldete das US-amerikanische Unternehmen "Nemertes Research (Link 1)", dass bis zum Jahre 2010 alleine in den USA, Investitionen von mindestens 137 Milliarden US-Dollar notwendig wären, wenn man dem Datenchaos entgehen wolle.
Die Traffic-Analysten von "Ipoque" wollten es nun genauer wissen und haben über einen Zeitraum von 30 Tagen insgesamt drei Petabyte (10 hoch 15 Byte) anonymer Daten gesammelt und analysiert. Quelle dieser Daten waren rund eine Million User aus Deutschland, Australien, dem Nahen Osten sowie Ost- und Südeuropa.
Die Analyse hat ergeben, dass rund 99 Prozent aller Deutschen das HTTP-Protokoll nutzen, was nichts anderes heißt, als dass sie über ganz normale Internet-Seiten surfen. Der Anteil am Gesamtvolumen des Traffics betrug hierbei allerdings nur elf Prozent. Auch Besucher von Video-Portalen, die immer wieder als Verursacher der enormen Internetlast genannt werden, verursachen lediglich acht Prozent der gesamten Datenlast. Tatsächliche Verursacher des Traffics seien "Peer to Peer" (P2P)-Netze, genauer Tauschbörsen wie wie Edonkey und Bittorrent, mit gut 74 Prozent des gesamten Datenaufkommens.
Iqoque hat aufgrund dieser Ergebnisse die Transferdaten aus den Tauschbörsen näher untersucht und zunächst festgestellt, dass die daraus resultierenden Datenströme zu 95 Prozent alleine aus den Plattformen Bittorrent und Edonkey kommen. Die in Deutschland über Bittorrent gelaufenen Datenpakete waren in erster Linie Spielfilme (37 Prozent), gefolgt von digitalisierten TV-Mitschnitten wie Serien und Dokumentationen (21 Prozent). Schon an dritter Stelle ist mit 13 Prozent das Genre der Pornografie anzutreffen.
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