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Millipede-Speicher von IBM als Prototyp auf der CeBIT

Wie der Seite des Technology (Link 1) zu lesen ist, wird IBM sein Speicherkonzept -Millipede (Link 2)- als Prototyp auf der CeBIT (Link 3) in Hannover vorstellen. IBM hatte sein Konzept bereits vor einigen Jahren vorgestellt, aber erst seit November 2004 soll es einen Prototypen geben, auf dem alle notwendigen Systemkomponenten integriert sind.

Millipede ist eine von IBM (Link 4) entwickelte Speichertechnik und bildet so etwas wie eine Mischung aus Flash-Speicher (Link 5) und (Micro-)Festplatte (Link 6). Der Speicherhunger mobiler Geräte nimmt beständig zu. Flash-Karten haben den Nachteil, dass bei ihnen die Kosten pro Speichereinheit relativ konstant sind - jedenfalls bis zum Erreichen einer bestimmten Grenze. Festplatten und ihre kleineren Verwandten - Microdrives, die vereinzelt bereits in Compact-Flash-Gehäusen verbaut werden - , sind andererseits vergleichsweise massiv, schwer und empfindlich. IBM beabsichtigt mit Millipede genau die Lücke zwischen Flash-Speicher und (Micro-)Festplatten zu schließen.

Das Grundkonzept von -Millipede (Link 2)- stammt von dem Nobelpreisträger Gerd Binnig (Link 8) und seinem Kollegen Peter Vettiger und ist relativ simpel: Winzige Hebelchen mit einer feinen Spitze aus Silizium schmelzen ebenso winzige Löcher in ein Polymer-Medium, um Bits zu schreiben. Dieselben Spitzen kann man auch verwenden, um diese Löcher nachzuweisen, also die Bits wieder auszulesen. Dazu bringt man die Spitze in die Nähe des Polymerfilms und erwärmt sie. Taucht die Spitze in einen Bit-Krater, erhöht sich der Wärmeaustausch zwischen ihr und dem Speichermedium, wodurch der elektrische Widerstand des Hebelchens, auch Kantilever genannt, abnimmt. Um ein Bit wieder zu überschreiben, erzeugt man mit der Spitze auf dem Kraterrand neue Vertiefungen, deren Ränder die alte Vertiefung überlappen und so das Polymer-Material in Richtung Krater drängen.

Weil die Löcher so enorm klein sind, kann man sie sehr dicht nebeneinander setzen und so fantastische Datendichten erreichen: Im Jahr 2004 erzielten die Forscher in Rüschlikon einen Wert von 641 Gigabit pro Quadratzoll, wobei im Mittel nur eins von jeweils 10.000 Bits falsch gesetzt war. So lässt sich das Datenvolumen von etwa 20 DVDs auf der Fläche einer Briefmarke unterbringen. Um die Datenrate, also die Schreib- und Lesegeschwindigkeit, zu erhöhen, wird nicht nur eine Spitze verwendet, sondern eine ganze Matrix von Hebelchen, die parallel arbeiten.


Im Artikel enthaltene URLs:
1Technologyhttp://www.heise.de/tr/artikel/56525/3
2Millipedehttp://www.zurich.ibm.com/st/storage/millipede.html
3CeBIThttp://www.cebit.de/
4IBMhttp://www.ibm.com/de/
5Flash-Speicherhttp://www.at-mix.de/compact_flash.htm
6Festplattehttp://www.at-mix.de/festplatte.htm
7Millipedehttp://www.zurich.ibm.com/st/storage/millipede.html
8Gerd Binnighttp://nobelprize.org/physics/laureates/1986/binnig-autobio.html
 
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