In dem vierteljährlichen Bericht an die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC (Securities and Excahnge Commission) schreibt Google: "Auf der Grundlage unserer Überprüfung glauben wir, dass unsere Investitionen in der AOL 'beeinträchtigt' werden könnten". Konkret bedeutet diese Umschreibung, Google wird wahrscheinlich eine Wertberichtigung um diese Investition vornehmen müssen. Und so heißt es dann auch in dem Bericht, Google glaube, dass sie eine Wertminderung nicht ausschließen können, die sich dann deutlich in den Gewinn- und Verlustrechnungen des Unternehmens auswirken.
Google hatte sich im Jahre 2005 mit insgesamt eine Milliarde US-Dollar in die Time-Warner-Tochter 'AOL' eingebracht und dadurch insgesamt fünf Prozent an AOL erworben. Dieser Einkauf war ein strategischer Schachzug gewesen, um sich vor den Attacken der Software-Riesen Microsoft zur Wehr zu setzen. Damals aber hatte die AOL noch einen Börsenwert von rund 20 Milliarden US-Dollar, heute liegt der Wert nur noch bei rund 10 Milliarden US-Dollar (so wenigstens die Branchenbeobachter und Analysten).
Bei AOL laufen scharenweise die Festnetzkunden davon und orientieren sich immer mehr in Richtung Breitband-Internet. Im letzten Quartal hatte AOL im Zugangsgeschäft erneut viele Kunden verloren. 604.000 Einwahlverträge weniger verzeichnete die Firma, der Kundenbestand in dem Bereich fiel auf 8,1 Millionen. Aber auch im Online-Geschäft lief es nicht gut. Der Gewinn des gesamten Konzernteils AOL sank im zweiten Quartal 2008 um 28 Prozent auf nunmehr nur noch 135 Millionen US-Dollar.
AOL ist auch in Europa dabei, sein Festnetzgeschäft zu verkaufen. Das deutsche AOL-Festnetzgeschäft hat die Telecom Italia für insgesamt 675 Millionen Euro übernommen und der 100-prozentigen Tochter 'HanseNet' zugeschustert. Wie viele Kunden die HanseNet davon letztlich halten, bzw. auch auf Breitband-Internet umzwitschen konnte ist nicht bekannt. Die HanseNet auf jeden Fall, soll jetzt verkauft werden; derzeit werden Verhandlungen mit Versatel geführt. Im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen, wäre allerdings auch die spanische Telefonica nicht abgeneigt, die HanseNet zu kaufen. Auf jeden Fall möchte die Telecom Italia mit der HanseNet rund eine Milliarde Euro erlösen.
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