Im Februar war bekannt geworden, dass die Telekom seine Festnetzsparte tiefgreifend umstrukturieren will um Kunden zurückzugewinnen. Im Rahmen dieser "Kulturrevolution" (so Vorstand Walter Raizner im Februar) hatte die Telekom eine neue Preisstrategie veröffentlicht. Einerseits will sie Gespräche im Festnetz deutlich senken, andererseits will sie die Preise für vermietete Anschlüsse erhöhen. Die Telekom hat geplant, von der Konkurrenz deutlich höhere Preise für Zugangsleitungen zu den Haushalten zu verlangen. Das monatliche Entgelt für diese gemieteten Teilnehmeranschlussleitungen soll von bisher 11,80 Euro auf 17,40 Euro steigen.
Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM (Link 1)) fordert im Gegensatz zur Telekom eine Absenkung des Mietpreises für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Der VATM fordert, den Preis, den die Wettbewerbsunternehmen für deren Nutzung an die Deutsche Telekom AG (DTAG (Link 2)) zu zahlen haben, auf unter zehn Euro zu senken. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP (Link 3)) muss bis Ende April eine Entscheidung getroffen haben.
"Die RegTP muss nun zeigen, ob sie den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland wirklich fördern will. Jetzt hat es der Regulierer in der Hand, ob er die Weichen für einen kräftigen Investitionsschub stellen oder den Fuß auf der Bremse lassen will", so VATM- Geschäftsführer Jürgen Grützner. Grützner befürchtet, dass zu hohe TAL-Preise auch überhöhte Entgelte für alternative Zugänge wie etwa Line-Sharing oder künftig Bitstream Access festschreiben würden. So könnten große Wettbewerbspotenziale weiterhin ungenutzt bleiben, wenn die Basis für ein konsistentes Entgeltkonzept falsch gesetzt werde.
Die Telekom begründet, dass die derzeit vermieteten 2 Millionen Anschlüsse wesentlich mehr Kosten verursachen, als mit den Mietgebühren eingenommen werden. Die bisherigen Gebühren spiegelten bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten wieder. Vor allem der Zinsanspruch für das in den Leitungsnetzen gebundene Kapital werde erheblich unterschätzt.
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