Das schwedische Parlament hat am Mittwoch ein Gesetz beschlossen, das den vergütungsfreien Austausch Copyright geschützten Materials über das Internet verbietet. Mit diesem Gesetz will das Parlament den Urhebern auch eine Grundlage dafür liefern, zukünftig Schadensersatzklagen gegen Copyright (Link 1)-Verletzungen anzustrengen. Hauptsächlich geht es dabei um unerlaubte Up- und Downloads von Musik, Filmen, Computerspielen, sowie das Fotokopieren ganzer Bücher.
Um zusätzlich einen gewissen Ausgleich für Copyright-Vergehen zu schaffen, werden die Preise von CD- und DVD-Rohlinge (Link 2), sowie Leerkassetten für Audio- und Videoaufnahmen empfindlich erhöht. Hiernach werden zukünftig beispielsweise 5-GByte-DVD-Rohlinge von bisher 10 Kronen auf 30 Kronen steigen, was etwa 3,50 Euro entspricht.
Wie anderswo auch, beklagt die Unterhaltungsindustrie in Schweden empfindliche Umsatzrückgänge und sieht als einen wesentlichen Grund dafür das so genannte Raubkopieren - durch professionelle Piraten, aber auch durch gewöhnliche Anwender.
Lars Gustafsson (Link 3), Geschäftsführer des schwedischen Zweigs der Lobby-Organisation IFPI (International Federation of the Phonographic Industry), verwies etwa auf Einnahmenverluste der Musikindustrie in Schweden seit 2001 um 30 Prozent. Der Rechtsvertreter des schwedischen Antipiraterie-Büros, Henrik Ponten, meint gar, dass das Problem des unerlaubten Kopierens in Schweden größer sei als in jedem anderen Land Europas: So sollen rund 500.000 von neun Millionen Schweden aktiv an der unerlaubten Verbreitung von Kopien mit Hilfe von Tauschbörsenprogrammen beteiligt sein. Auf je tausend Einwohner kämen sieben Personen, die jährlich im Zusammenhang mit aufgedeckten Fällen unerlaubter Uploads stünden - im übrigen Europa sind es nur zwei von tausend, so Ponten.
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