Der Müncher Pay-TV-Anbieter Premiere geht massiv gegen Händler und Käufer der sogenannten "Cerebro-Smartcard" vor. Der Fernsehsender hatte eine Einstweilige Verfügung erwirkt und es zahlreichen Händlern untersagt, die Cerebro-Karte zu verkaufen. Nun versucht Premiere in einem Verfahren vor dem Landgericht Hamburg, Händler von Satelliten-Shops zur Herausgabe von Namen und Anschriften der privaten Cerebro-Käufer zu zwingen.
Die at-mix News hatten bereits berichtet, dass es Premiere im vergangenen Jahr gelungen war, den kostenlosen Empfang von Premiere per Internet gerichtlich verbieten zu lassen. Mit einer Cerebro-Karte und einer illegalen Software aus dem Internet lässt sich das Pay-TV-Angebot nach wie vor entschlüsseln. Inzwischen hat sich Premiere "Cerebro" als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt registrieren lassen.
Premiere konnte Mitte Dezember 2005 Einstweilige Verfügungen erwirken, die die Händler verpflichteten, den weiteren Verkauf der Karten einzustellen. Außerdem sollten sie Auskunft geben über Hersteller, Händler, Vertriebswege, Menge der Karten sowie Name und Anschrift der Kunden, die eine "Cerebro"-Karte gekauft hatten.
Gegen diese Auskunftspflicht haben nun mehrere Satelliten-Händler geklagt. Rechtsanwältin Sobola, die die Kläger vertritt, erklärte: "Unser Widerspruch richtet sich unter anderem gegen die Auskunftserteilung im Ganzen". Die gesetzliche Regelung sehe nur eine Auskunft bezüglich der gewerblichen Handelspartner vor. Sie schütze aber Privatpersonen und behalte deren Verfolgung der Polizei und Staatsanwaltschaft vor.
Das Gericht lies aber in der mündlichen Verhandlung durchblicken, dass es den Auskunftsanspruch wohl bestätigen wird. Grund dafür sei, dass Premiere auch fortlaufend Schaden erleide, wenn private Kunden die "Cerebro-Card" illegal nutzen würden.
Der belgische Songwriter Salvatore Acquaviva gewann einen Prozeß in der südbelgischen Stadt Mons, in dem er behauptet hatte, dass das Lied "Frozen" von Madonna zum Teil ein Plagiat seines eigenen Songs "Ma vie fout l'camp" sei (zu deutsch so viel wie: mein Leben führt nirgendwo hin). In seiner Klage gegen die Plattenlabel EMI, Sony und Warner hatte er behauptet, seine Urheberrechte wären verletzt worden.
Das Gericht stellte fest, dass das von Acquaviva 1979 geschriebene Stück eine viertaktige Melodie enthält, die ebenfalls in „Frozen“ auftaucht. Einem Bericht der belgischen Zeitung La Libre zufolge sah das Gericht dies nicht mehr als zufällig an. Es folgte dem Argument des Klägers, dass Madonna sein Lied aus dem Jahre 1979 bei einem Besuch in Belgien gehört und als Vorlage für Ihren Hit benutzt habe.
Das auf dem Album „Ray of Light“ erschienene Stück "Frozen" schaffte es in den USA auf Platz zwei der Charts. Es darf in Belgien künftig weder verkauft, noch von den belgischen Rundfunk- und Fernsehsendern gespielt werden. Nach Angaben des Anwaltes des Klägers soll nun über die Verteilung der mit "Frozen" verdienten Tantiemen mit den Plattenlabels verhandelt werden. Diese wollen das Urteil jedoch nicht hinnehmen und haben Berufung angekündigt.
Microsoft Chef Bill Gates präsentierte auf der Consumer Electronics Show (CES) 2006 in Las Vegas erstmals Details zur nächsten Version des Spiele-Klassikers "Flight-Simulator", der wohl die Versionsnummer 10 tragen wird. In Deutschland wird der Flight Simulator X wohl ausschließlich auf DVD zum Weihnachtsgeschäft 2006 in den Handel kommen.
Die neue Version des Flugsimulator soll bereits für das zukünftige Microsoft Betriebssystem "Windows Vista" optimiert sein, wobei unklar blieb, was das in der Praxis bedeutet. Erste veröffentlichte Screenshot lassen darauf schließen, dass man einen sehr leistungsfähigen Rechner braucht, um die grafischen Möglichkeiten der Software auszunutzen. Aber auch auf "älterer Hardware" soll die Software lauffähig sein.
Einem Bericht von Chip Online zufolge wird die neue Multimedia-Schnittstelle "DirectX 10" die grafische Grundlage bilden. Damit sollen dann wirklichkeitsgetreue Beleuchtungseffekte auf Glas und Metall bis hin zu einzelnen Nieten am Flugzeugrumpf dargestellt werden können.
Der neue FSX wird wie die Vorgängerversionen abwärtskompatibel sein und mehr als 24.000 Flughäfen auf der ganzen Welt beinhalten. Ähnlich wie in modernen Strategiespielen wird es sowohl zu Missionen zusammengefasste Flugaufgaben wie auch einen verbesserten Multiplayer-Modus geben.
Eingefleischte Flugsimulator-Fans werden mit einem Klassiker wie der Cessna 172 oder auch einem Ultraleichtflieger abheben können. Auf der amerikanischen Fanseite flightsim.com ist ein sehr ausführlicher Bericht "FSX FAQ from Microsoft" mit ergänzenden Informationen zu finden.
Bertrand Meyer, Professor für Software Engineering an der ETH Zürich und Erfinder der Programmiersprache Eiffel, sei am Heiligabend gestorben. Dies war in der deutschen Ausgabe der Wikipedia in seiner Biographie zu lesen. Allerdings handelte es sich dabei um eine Falschmeldung, die inzwischen korrigiert wurde.
Mitte Oktober 2005 hatte Meyer die Konferenz "Verified Software: Theories, Tools, Experiments" organisiert, die sich mit Konzepten zur Erstellung fehlerfreier Software befasste. Da ist es schon fast grotesk, dass gerade Meyer Opfer eines der ehrgeizigsten Software-Projekte der Neuzeit wurde: der freien Enzyklopädie Wikipedia, in der jedermann Artilkel einstellen oder editieren kann. Wie üblich wurde der fehlerhafte Eintrag schnell von anderen Usern entdeckt und korrigiert.
Gerade in letzter Zeit war es zu heftigen Diskussionen gekommen, wie sich die Zuverlässigkeit und Korrektheit der Wikipedia-Beiträge erhöhen liesse. In einem Artikel in der amerikanischen Wikipedia war dem Journalisten John Steigenthaler fälschlicherweise unterstellt worden, in die Ermordungen von John F. Kennedy und Robert Kennedy verwickelt gewesen zu sein. Auch die deutsche Wikipedia hatte mit massiven Qualitätsproblemen zu kämpfen. Mehrere hundert auf Wikipedia.de erschienene Artikel sollten angeblich aus alten DDR-Lexika stammen. Beide Fälle hatten für ein großes Medien-Echo gesorgt.
Der Chip-Hersteller Intel ändert zum Jahreswechsel nicht nur sein Logo und die damit verbundenen Werbesprüche, sondern auch seine Strategie. Zukünftig will Intel nicht mehr nur als leistungsfähiger Chip-Produzent wahrgenommen werden, sondern auch als konsumentenorientierter Markenhersteller, dessen innovative Produkte das Alltagsleben der Kunden bereichern.
Intel möchte offenbar einen Sprung nach vorn - Leap ahead - machen. Dies soll auch das neue Logo symbolisieren, das ab Januar 2006 mit großem Werbeaufwand bekannt gemacht werden soll. Näheres dürfte spätestens auf der Consumer Electronic Show (CES), der großen Fachmesse für Unterhaltungselektronik in Las Vegas, bekannt werden.
Eric Kim, Marketingchef bei Intel, erklärte dazu: "Intel. Leap ahead - ist ein einfacher Ausdruck, der erklärt, wer wir sind und was wir tun. Es ist Teil unserer Tradition". Branchenexperten sehen in dem Strategiewechsel allerdings auch eine Reaktion auf die veränderten Verhältnisse auf dem Computermarkt. Konnte Intel in den vergangenen drei Jahren eine Umsatzzuwachs von durchschnittlich 13 Prozent vermelden, so sagen Analysten dem Halbleiterkonzern für 2006 nur noch ein Plus von sieben Prozent voraus.