Das Kabinett in Brandenburg verabschiedete gestern den vom Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) vorgelegten Entwurf zur Verschärfung des Polizeigesetzes. Nach diesem Entwurf kann die Polizei zukünftig Handys mit Peilgeräten orten und überwachen. Weiterhin soll es dann auch möglich sein, Autokennzeichen elektronisch erfassen zu dürfen, oder auch Videoüberwachungen zu legalisieren.
Innenminister Jörg Schönbohm sagte, der Gesetzentwurf sei "ausgewogen". Er versetze die Polizei in die Lage "ihre Aufgaben besser zu erfüllen". Schönbohm verteidigte die umstrittenen Eingriffe zur Überwachung oder Unterbindung von Telefongesprächen. Auf diese Weise könne man im Extremfall beispielsweise Terroranschläge verhindern, bei denen Handys als Zünder eingesetzt werden. Zudem würde eine Handy-Ortung zukünftig auch die Suche nach Vermissten erleichtern.
Die PDS, aber auch Grüne und FDP hatten gewarnt, dass Brandenburg sich "zu einem Polizeistaat" entwickelt und dass das Land das schärfste Polizeigesetz aller Bundesländer bekommt. Der Innenexperte der PDS Hans-Jürgen Scharfenberg erklärte gestern, mit dem Gesetz würden "die Bürgerrechte systematisch zurückgedrängt". Die freiheitlich-demokratische Grundordnung werde "scheibchenweise zu Gunsten angeblicher Sicherheit geopfert".
Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Britta Stark, begrüßte es, dass wesentliche Einwände der Datenschutzbeauftragten sowie der SPD-Fraktion berücksichtigt worden seien. So seien die Regelungen zur Nutzung des Handy-Ortungsgerätes "IMSI-Catcher" und der Kennzeichenerfassung auf zwei Jahre befristet.
Noch aber ist der verabschiedete Entwurf nur ein Regelwerk auf dem Papier. Nach dem Beschluss des Kabinetts wird der Entwurf im Oktober in erster Lesung im Landtag beraten. Anschließend plant der Innenausschuss weitere Anhörungen. Danach wird die SPD-Fraktion ihre Haltung festlegen.
Die zweitgrößte US-amerikanische Telefongesellschaft, die "Verizon Communications" will fast 23 Milliarden US-Dollar in den Umbau ihres bestehenden Telefonnetzes stecken. Hierbei geht es um den Umbau von Kupferleitungen auf Glasfaser. Die Verizon Communications verspricht sich von der Investition eine bessere Position im Markt für Kabelfernsehen und breitbandige Internet-Zugänge.
Größte Konkurrenten der Verizon Communications sind die Kabel-TV-Gesellschaften Time Warner Cable oder die Cablevision. Die "Fibre Optics Services"-Initiative (FiOS) soll deshalb nicht nur den Kundenschwund aufhalten, sondern dem Konzern auch massive Einsparungen bescheren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Durch verringerte Ausgaben für die Wartung der Glasfaserkabel im Vergleich zu Kupfer will Verizon bis 2010 rund 4,9 Milliarden US-Dollar sparen.
Der Umbau des Verzion-Netzes ist bereits in vollem Gange und ist bereits in 16 US-Bundesstaaten verfügbar. Zu den ersten mit Glasfaser ausgerüsteten Städten gehörte die Millionenmetropole New York. Zum Ende des dritten Quartals will Verizon eine halbe Millionen neue Abonnenten für FiOS gewonnen haben. In den kommenden vier Jahren sollen dann die Kupferkabel landesweit durch Glasfasernetze ersetzt sein. Das Unternehmen hofft, dann bis zu 18 Millionen Kunden mit den neuen Services versorgen zu können.
Gemäß einer jüngst von M:Metrics durchgeführten Befragung zum Thema Akzeptanz mobiler Musikdienste, lädt bislang nur ein Bruchteil aller Handy-Besitzer komplette Songs auf ihr Gerät herunter. Laut aktuellen Zahlen des US-amerikanischen Analystenhauses nutzten im Monat Juli 2006 lediglich drei Prozent aller britischen Mobilfunkkunden ihr Handy als Musik-Player. In Spanien (2,8 Prozent) und Deutschland (1,4 Prozent) fiel die Nachfrage nach mobilen Musikdiensten für das Handy in dem untersuchten Zeitraum sogar noch geringer aus. Weit abgeschlagen sind mit einem Anteil von gerade einmal 0,7 Prozent die US-amerikanischen Mobiltelefonierer.
Steht der MP3-Player in zu großer Konkurrenz?
Dass sich die Inanspruchnahme mobiler Musikdienste bislang in Grenzen hält, ist vermutlich auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen sehen Experten die Download-Gebühren als Hindernis an. Dies gilt speziell für Gebiete, in denen die schnelle Mobilfunkübertragungstechnik UMTS noch nicht verbreitet ist. Hier stehen die Netzbetreiber in der Pflicht, mit entsprechenden Tarifen zu reagieren. Zum anderen genügen viele der mit MP3-Player-Funktion ausgestatteten Handys noch nicht allen an sie gestellten Ansprüchen. Oft steht dem Musikvergnügen eine unzureichende Speicherkapazität und Akkuleistung oder eine vergleichsweise mangelhafte Soundqualität im Weg. Auch Kopierschutzfragen und die Einführung entsprechender Techniken gelten bislang als Barriere. Jedoch ist Land in Sicht: Viele der neuen Handy-Modelle verfügen bereits über einen großzügigen internen Speicher, der sich zudem durch portable Speicherkarten beliebig erweitern lässt. Auch sind die Benutzeroberflächen der neuen Produkte bedienerfreundlicher gestaltet und erleichtern den Abruf mobiler Musikdienste. Nicht zuletzt gibt es bereits Kopierschutzsoftware, die den Austausch von Songs zulässt. Entsprechende Tests sind am Laufen. All dies lässt auf eine rosige Zukunft für Musik-Handys schließen. Jedoch liegt auch die Vermutung nahe, dass es noch eine große Hürde zu nehmen gilt: Den MP3-Player. Schließlich erfreut sich dieser großer Beliebtheit und könnte dem Handy die Rolle als künftiges Musikwunder streitig machen. Diese Annahme wiederlegen jedoch die von M:Metrics im Rahmen der Befragung gewonnen Antworten. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Besitzer von MP3-Playern - speziell von Apple iPods - mobile Musikdienste in Anspruch nehmen, um das zweifache höher als bei denjenigen, die über kein solches Gerät verfügen. Somit stehen beide Produkte nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen die Bedürfnisse Musikbegeisterter optimal.
Klingeltöne bald ein altes Eisen?
Mehr Kopfzerbrechen sollten Mobilfunkunternehmen jedoch die jetzt ermittelten Zahlen zum Interesse an Klingeltönen bereiten. Diese indizieren, dass sich das Marktwachstum abzuschwächen scheint. In den USA beobachteten die Analysten im Monat Juli die stärkste Nachfrage: Immerhin luden sich 10,4 Prozent der Mobilfunkkunden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in diesem Zeitraum einen Klingelton auf ihr Handy. Mit einem Anteil von 8,9 Prozent verhielt es sich in Spanien ähnlich. Die Plätze drei und vier gingen an Deutschland mit 6,6 Prozent und Frankreich mit 6,2 Prozent. Schlusslicht auf diesem Gebiet sind die Briten: Lediglich 5,4 Prozent der befragten Handy-Besitzer konnten sich laut M:Metrics für den Download eines Klingeltones begeistern. Auf dem Vormarsch befinden sich offensichtlich sogenannte Ringback-Services. Insbesondere die Spanier nehmen die Möglichkeit, Anrufern bis zum Abheben Musik vorzuspielen und damit das eintönige Freizeichen zu ersetzen, gerne in Anspruch. 9,7 Prozent der Befragten nutzen bereits einen solchen meist im Abo angebotenen Dienst.
Nach Ansicht von Paul Goode, Senior Analyst von M:Metrics Europa, befindet sich der Markt für Klingeltöne derzeit im Umbruch. \"Anstelle von polyphonen Klingeltönen laden sich immer mehr Mobiltelefonbesitzer komplette Musiktitel auf ihr Handy. Ebenso gewinnen über Kurzwahlnummern angebotene Premium-SMS-Dienste als Instrument zur Verkaufsförderung zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus steht inzwischen ein breites Spektrum an Software-Tools und Diensten zur Verfügung, die es Handy-Besitzern ermöglichen, eigene Klingeltöne zu komponieren. Auf diese Entwicklungen müssen sich vor allem die Anbieter einstellen, die ausschließlich Klingeltöne verkaufen. Um ihre Umsatzziele weiterhin erreichen zu können, ist es für Sie ein Muss, ihre Servicepalette weiter auszubauen sowie Mehrwerte für ihre Kunden zu schaffen."
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Nach einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes sind die Kosten, die die Bundesbürger für Telekommunikationsdienstleistungen im Bereich Festnetz und Mobilfunk aufbringen mussten, erneut gesunken. Nach den Veröffentlichungen der Statistiker sanken die Preise im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Preise noch einmal um 0,4 Prozentpunkte zurück.
Bei den Preisen im Bereich Mobilfunk wirken sich die Preise vor allem durch die Preisentwicklung durch die Mobilfunk-Prepaid-Discounter aus, heißt es. In diesem Bereich gingen die Preise im Jahresvergleich um gut 11,7 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Preise noch einmal um gut 0,3 Prozent.
Im Bereich Breitband-Internet machte sich der Preiskampf im Bereich DSL stark bemerkbar. So sanken die Kosten für den Endverbraucher im Jahresvergleich um gut 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2006 sanken die Preise noch einmal um gut 0,2 Prozent. Die Kosten fürs Festnetz sanken im Jahresvergleich um insgesamt einen Prozentpunkt.
Der österreichische Mobilfunk-Netzbetreiber tele.ring war nach mehr als einjähriger Prüfung durch die EU-Kommission von der deutschen Telekom-Tochter "T-Mobile-Austria" für gut 1,3 Milliarden Euro übernommen worden. Ein Grund für die lange Prüfung war der Umstand, dass die Aufsichtsbehörde einen zu großen Einfluss auf das Markt- und Preisgefüge in Österreich durch die Telekom befürchtete.
Die T-Mobile Austria hatte sich im Zuge der Übernahme von tele.ring gegenüber der EU-Kommission deshalb verpflichtet, einen Großteil der UMTS-Sendestandorte samt Zuleitungen sowie die gesamten 3G-Frequenzen von tele.ring an Konkurrenten abzugeben. Mit "3" gibt es bereits ein Übereinkommen, mit "One" laufen die Verhandlungen noch.
Nun heißt es: Die T-Mobile Austria hat heute das UMTS-Netz der Tochtergesellschaft tele.ring abgeschaltet. Eine Wiederinbetriebnahme ist nicht geplant. Tele.ring-UMTS-Nutzer sind nun für einige Monate auf GPRS-Datenübertragung angewiesen. Mitte Dezember sollen tele.ring-Kunden wieder einen Zugang zum GSM- und UMTS-Netz von T-Mobile Austria erhalten ("National Roaming").
Im kommenden Jahr soll auch das GSM-Netz von tele.ring zum größten Teil abgeschaltet werden. Ein kleinerer Teil wird in das T-Mobile-Netz übernommen. Die tele.ring UMTS-Nutzer erhalten derzeit einen Werbebrief, mit dem ihnen T-Mobile-Verträge mit HSDPA-Datenkarten (UMTS-Tuner mit bis zu 1,8 MBit/s) schmackhaft gemacht werden sollen. tele.ring-Kunden, die die Angebote von T-Mobile nicht akzeptieren möchten, können von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen.