Mit einem Risikokapital von rund 33 Millionen Euro gründeten die ehemaligen IBM- und Google-Manager 'Tom Castello' und 'Anna Patterson' das Internet-Projekt 'Cuil', die 'größte' Internet-Suchmaschine der Welt, so die Initiatoren des Projektes. 'Cuil' startet am heutigen Montag und verspricht eine reichhaltige Darstellung der Suchergebnisse kombiniert mit der Möglichkeit, diese zu strukturieren.
Laut den Managern erfasst 'Cuil' rund 121 Milliarden Webseiten und soll damit rund drei Mal so viel Webseiten im Index verwalten als das Vorbild Google. Cuil beurteilt die Seiten nicht nur anhand einer Linkanalyse und ihres Traffics, sondern erfasst auch deren Inhalt und versucht, diesen in einem Kontext zur jeweiligen Suchanfrage zu setzen.
Tom Castello war als ehemaliger IBM-Manager in Zusammenarbeit mit Anna Patterson unter anderem für die Architektur des Google-Such-Indexes (TeraGoogle) verantwortlich. Außerdem war Patterson technische Leiterin einer der zwei 'Web-Ranking-Gruppen' bei Google und hier speziell verantwortlich für GoogleBASE und für die Werbe-Matching. Als dritter 'Gründer' haben sich die zwei Manager den ehemaligen Google Manager 'Russell Power' mit ins Boot geholt, der bei Google zuvor für die technische Leitung der TerraGoogle-Server verantwortlich war. Außerdem beschäftigte Power sich mit dem Webranking sowie die automatische Spam-Erkennung.
Die Startseite von 'Cuil' präsentiert sich in einem tiefen schwarz und ist damit vom Design her eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Die Darstellung der Suchergebnisse präsentiert sich allerdings in einer sehr zeitgemäßen dreispaltigen Darstellung, die auf zwei Spalten umgeschaltet werden kann. Die Suchergebnisse werden in 'Tabs' zu bestimmten Schwerpunkten gegliedert; zu den Suchergebnissen werden passende Kategorien angezeigt, die auf weitere Suchanfragen verweisen.
Nach der Eingabe eines Suchbegriffes schlägt Cuil weitere Suchbegriffe vor und Websites, die nach Einschätzung der Suchmaschine besonders gut zum Suchbegriff passen, werden mit Logos der jeweiligen Anbieter angezeigt. Um sich besonders von Google abzugrenzen, verzichtet dieser Dienstleister auf die Erhebung von persönlichen Daten.
China, das Land mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern sprengt mit der stetigen Entwicklung der Industrialisierung jegliche Zuwachsraten, und zwar in so gut wie allen Bereichen. So stieg beispielsweise, nach dem jüngsten Bericht des 'China Internet Network Information Center' (CNNIC), die Zahl der Internet-User im "Reich der Mitte", von Juli 2007 bis Ende Juni 2008 um beeindruckende 56 Prozent.
Laut dem CNNIC Bericht habe es im Jahre 2006 insgesamt 123 Millionen Menschen in China gegeben, die das Internet nutzen, im Jahre 2007 waren es bereits 210 Millionen Internetnutzer und mit Stand 30. Juni 2008 wurden insgesamt 253 Millionen Internet-User gezählt. Damit habe, so die CNNIC, China die bisher führende Internetnation USA überholt.
In dem CNNIC-Bericht heißt es, rund 208 Millionen Menschen, oder auch 80 Prozent, nutzen das Internet in China, um vorwiegend Nachrichten zu lesen. Etwa 25 Prozent aller User nutzten das Internet allerdings auch, um online einzukaufen. In China gibt es rund 214 Millionen DSL-Anschlüsse und bereits über 12 Millionen Domains unterhalb der Top-Level-Domain 'cn'.
Der weltweit größte Dienstleister für Internet-Suchanfragen 'Google' hat einen neuen Dienst mit dem Namen 'Knol' gestartet. Dieser Dienst soll nach dem Wikipedia-Modell aufgebaut werden, jedoch soll es sich hierbei überwiegend um eine Wissensdatenbank für Spezialisten handeln. Allerdings sollen die Beiträge nur von den eigentlichen Autoren selbst moderiert werden, das heißt, nur der jeweilige Autor entscheidet, ob andere User seinen Beitrag verändern oder ergänzen können.
Knol will Nutzer ermutigen, Artikel aus ihren eigenen Wissensbereichen online zu stellen. Dabei ist das Thema nicht vorgegeben. Das Internet sei zwar riesig, doch immer noch gäbe es eine Vielzahl von Expertenwissen, das noch nicht veröffentlicht wurde, so Google-Produktmanager Jürgen Galler zu diesem Projekt. Mit Knol bekommen Menschen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Kenntnisse mit anderen zu teilen und als Autor des Beitrages genannt zu werden, heißt es weiter.
Google möchte mit dem neuen Portal vor allem die Bedeutung der eigentlichen Autoren in den Vordergrund stellen, so dass sich der Leser des jeweiligen Beitrages ein besseres Urteil über den jeweiligen Beitrag verschaffen kann. Zwar kann jeder User Verbesserungsvorschläge zu den einzelnen Beiträgen einreichen, doch nur der jeweilige Autor entscheidet, ob er die Ergänzungen mit aufnehmen möchte.
Ein Anreiz für die Teilnahme an diesem Projekt könnte zudem sein, dass der Autor in seinen Beiträgen auch eine unbegrenzte Anzahl an Querverweisen zu anderen Seiten mit einbringen kann. Dies ist im Wikipedia-Portal so nicht möglich.
Der Internet-Gemeinschaft bleibt es für die nächsten (fast) 4 Jahre erspart, von dem 'geistig unreifen' Robert Alan Soloway (so Richterin Marsha Pechman) mit E-Mail-Spam überflutet zu werden. Das Gericht in Seattle (US-Bundesstaat Washington) unter Vorsitz der Richterin Pechman, verurteilte den 28-jährigen Soloway jetzt nämlich zu drei Jahren und elf Monaten Gefängnis. Außerdem darf der als Spammer-König betitelte Soloway stolze 708.000 US-Dollar Strafe zahlen.
Soloway sei mit elf Jahren in sein Zimmer gegangen, den Computer angeschaltet und seither hätte er sich sozial nicht weiter entwickelt, so Richterin Pechman, in ihren Ausführungen. Sie könne nicht anders, als dem Angeklagten eine geistige Unreife zu bescheinigen und dennoch wolle sie für mögliche Nachahmungstäter ein Zeichen setzen und deshalb dieses Strafmaß. Dennoch blieb die Richterin weit unter dem Strafmaß der Staatsanwaltschaft, die insgesamt neun Jahre Gefängnis gefordert hatte.
Soloway ist trotz der vier Jahre und der zuvor geforderten neun Jahre, dennoch mit einem Blauen Auge davon gekommen, denn theoretisch wären 26 Jahre Haft möglich gewesen. Soloway hatte sich aber in drei von insgesamt 40 Anklagepunkten für schuldig bekannt und deshalb fiel das Strafmaß so milde aus. Durch das Schuldeingeständnis, bei dem es unter anderem um Identitätsdiebstahl, Geldwäsche und Steuerhinterziehung ging, war ein Geschworenenverfahren vermieden worden.
Soloway war im Frühjahr des Jahres 2007 verhaftet worden, nachdem er trotz des Anti-Spam-Gesetzes aus dem Jahre 2004, Millionen von unerwünschten Werbe-E-Mails über eigene Bot-Netze verschickt hatte. Außerdem, so die Anklage, habe er eine Software (Dark Mailer) für den Versand von Massenmails sowie entsprechende Dienstleistungen hierzu angeboten.
Nach der Frage, warum er sich trotz des Anti-Spam-Gesetzes weiterhin Spammer betätigt hatte meinte Soloway, er habe einen bestimmten Lebensstil gehabt und den hätte er nicht verlieren wollen. Außerdem hätte er über seine Verhältnisse gelebt und er hätte gemeint, er würde schon eine Lücke im System finden.
Der größte eBay-Powerseller Deutschlands, die Selectronica GmbH steht unter Verdacht, möglicherweise hunderter eBay-Kunden um ihr Geld gebracht zu haben. Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen die Selectronica GmbH wegen Betruges, aber auch gegen den Verdacht der Insolvenzverschleppung. Am Donnerstag vergangener Woche seien bereits die Büroräume sowie die Privaträume der Geschäftsführerin Daniela Kaufhold durchsucht worden, heißt es.
Die Behörden reagierten damit auf die Flut von Anzeigen betroffener Kunden, die sich aus ganz Deutschland eingegangen sind. Alleine die Anzahl der eingegangenen Anzeigen füllen bereits zwei Ordner, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, das ganze Ausmaß sei aber noch nicht abzusehen.
Die Selectronica GmbH aus Frankfurt führte seit 2005 die TOP-10 der führenden eBay-Powerseller an und beschäftigte zuletzt 60 Mitarbeiter. Mit rund 30 verschiedenen Accounts generierte das Unternehmen in den letzten Jahren rund zehn Millionen Euro Umsatz jährlich.
Bereits im Mai war das Unternehmen wegen Unregelmäßigkeiten aufgefallen und ab dem 30.Mai dieses Jahres hatte eBay die Selectronica GmbH dazu verpflichtet, bei den Angeboten auch PayPal als Zahlungsoption mit anzubieten, so die Mitteilung einer eBay-Sprecherin. Es habe damals schon Anzeichen dafür gegeben, dass die Unzufriedenheit der Selectronica-Kunden wächst. Man habe der Firma eine letzte Frist eingeräumt, die Qualitätsanforderungen des Portals zu erfüllen und andernfalls gedroht, sämtliche Mitgliedskonten zu sperren. Am 13. Juni dann wurden sämtliche Verkaufsaktivitäten des Unternehmens von eBay gestoppt.
Seither ist die Selectronica GmbH nicht mehr zu erreichen, das Firmenschild sei kurzerhand entfernt worden, so die Staatsanwaltschaft. eBay hält sich indes vornehm zurück. Man habe nicht vor, juristisch gegen den ehemaligen TOP-Verkäufer vorzugehen. Wer als Kunde bereits Ware gekauft und über PayPal bezahlt habe, könne über den Käuferschutz, das bezahlte Geld ohne jeglichen Selbstbehalt von der Plattform zurückverlangen.