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Pipe

Betriebssystem-Fachbegriffe
Die "Pipe" (engl. für Rohr, Röhre) bezeichnet eine gepufferte Datenverbindung zwischen zwei Prozessen nach dem First In First Out -Prinzip (FIFO).

Pipes sind in verschiedenen Betriebssystemen realisiert, die meisten bieten sowohl anonyme als benannte Pipes.


OS 2:

Nach Anforderung einer Pipe werden von OS/2 zwei Zugriffskennungen (engl.: handles) zurückgeliefert, die zum Schreiben in die bzw. Lesen aus der Pipe benötigt werden. Auch Subprozesse erben den Zugriff auf diese handles. Mit der Beendigung des letzten Prozesses der Zugriff auf eine aktive Pipe hat, wird diese von OS/2 beendet.

Anonyme Pipes unterliegen drei erheblichen Einschränkungen:
  • zum einen können sie nur für die Kommunikation zwischen eng verwandten Prozessen benutzt werden

  • zum anderen ist die maximale Datenmenge, die eine Pipe enthalten kann, relativ klein.

  • die Daten können in einer Pipe nur in derselben Reihenfolge gelesen werden in der sie geschrieben wurden.
Benannte Pipes (Named Pipes) können dagegen auch zur Kommunikation zwischen Prozessen eingesetzt werden, die nicht miteinander verwandt sind und sich darüber hinaus auf unterschiedlichen Rechnern innerhalb eines Netzwerkes befinden dürfen.

Jeder Prozeß, der den Namen einer benannten Pipe kennt, kann über diesen Namen die Verbindung zur Pipe und damit zu anderen Prozessen herstellen. Benannte Pipes gehören zu den leistungsfähigsten IPC(+)-Methoden, die OS/2 zu bieten hat.

Sie sind flexibler als anonyme Pipes und eignen sich für sog. Client-Server-Anwendungen (es lassen sich auch RPCs(++) realisieren).

Bennante Pipes ermöglichen die gleichzeitige Kommunikation in beide Richtungen, d.h., Daten können im Vollduplex-Betrieb zwischen den Prozessen ausgetauscht werden.

Wenn ein Server-Prozess eine benannte Pipe erzeugt, so kann er mehrere Instanzen dieser Pipe generieren, die alle unter demselben Namen angesprochen werden: eine named pipe kann gemultiplexed werden, so daß ein einzelner Server-Prozess mehrere Clients gleichzeitig bedienen kann.

(+) IPC : Inter Process Communication

(++) RPC : Remote Process Communication


UNIX:

Eine Pipe definiert einen unidirektionalen Datenstrom von einem Programm zum anderen. Eine anonyme Pipe wird meistens durch die Eingabe eines "|"-Zeichen in der Shell zum Startzeitpunkt der Programme erzeugt. Die Pipe ist unter Unix eines der mächtigsten Werkzeuge, um die sequentielle Abarbeitung von Befehlen auf einem bestimmenten Datenbestand zu ermöglichen. Eine Named Pipe ist eine Pipe, die von zwei Programmen zur Laufzeit über einen Dateinamen zum Lesen oder Schreiben geöffnet werden kann.
Person(en):
Zeitraum:
Firma:
kein Eintrag vorhanden
- -
kein Eintrag vorhanden

Es gibt 43 weiterführende Erklärungen oder Definitionen:

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Veröffentlicht am:
Zuletzt bearbeitet am:
Referenz:
31.07.2004 von Wilhelm Janssen (7094) Beiträge
01.09.2004 von Carsten Kühn
Wikipedia
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