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Jef Raskin: Philosoph und Mediendesigner wurde am 08. März 1943 in New York geboren und starb am 26.02.2005 in Kalifornien. Jef Raskin war der Vater des Macintosh-Projektes. Mit seiner Idee, den Mensch und nicht die Maschine in den Vordergrund zu stellen und somit eine grafische Nutzeroberfläche für den Anwender zu schaffen, revolutionierte die bis dahin gängigen Anwendungen in einem Personalcomputer. |
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Jef Raskin
Raskin studierte Mathematik und Philosophie und Musik in New York sowie Informatik in Pennsylvania. Zum Promotionsstudium wechselte Raskin an die Universität von Kalifornien in San Diego, wo er von 1970 bis 1974 als "Assistent Professor Visual Arts" Kunst und Fotografie unterrichtete und das Third College Computer Center aufbaute. Später schlug er sich als Autor für Dr. Dobbs Journal und als Musiker durch, bis er 1975 die Firma Banister & Crun gründete. Sie sollte eigentlich mit dem 8080 von Intel groß ins Programmiergeschäft einsteigen. Die Firma produzierte schließlich Handbücher für National Semiconductor, Heath, Hewlett-Packard und Xerox. 1978 wurde Raskin als "Manager of Publications" bei Apple eingestellt, wo er das Handbuch für den Apple II schreiben sollte. Bei seiner Anstellung verheimlichte Raskin sein Diplom, weil die Apple-Gründer Steve Wozniak und Steve Jobs Akademikern extrem misstrauisch gegenüber standen |
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Jef Raskin mit Apple-Gründer Steve Jobs
Neben seiner Arbeit um das Schreiben der Handbücher für den Apple II sollte sich Raskin dann eigentlich mehr um die Entwickler von Apple II kümmern, wurde jedoch dann mit dem geheimen Projekt -Annie- betraut. Raskin war vom seinerzeitigen Apple Chairman Mike Markkula beauftragt worden, einen Personalcomputer für maximal 500,00 Dollar zu entwickeln. "Ich sagte Markkula, dass -Annie- ein klasse Projekt ist, dass man für 500 Dollar aber nicht viel machen kann", erinnert sich Raskin später. "Gleichwohl steckte in dem Projekt etwas, von dem ich seit einiger Zeit geträumt habe, was ich (mit dem vom McIntosh-Apfel abgeleiteten Namen) Macintosh genannt habe. Im Kern ging es darum, etwas komplett aus der menschlichen Perspektive heraus zu entwickeln."
Raskin wählte damit einen völlig neuen Ansatz, denn bislang definierte stets das "technisch Machbare" das Design eines Computers. Der studierte Informatiker wollte einen Computer für den normalen Menschen auf der Straße bauen - und dieser durfte natürlich auch nicht unerschwinglich sein. Raskins Ausdruck von der "Person in the Street" wurde bei Apple zum geflügelten Wort, das mit PITS abgekürzt wurde.
Der erste Entwurf von Raskin sah einen geschlossenen Computer inklusive Monitor, Tastatur und Drucker vor, der ohne externe Kabel auskommen sollte - und das alles für 500 Dollar. Dafür sollte der Macintosh aber nur mit einem winzigen 5-Zoll-Display, einer Billig-CPU (6809) und einem extrem eng bemessenen Hauptspeicher von 64 Kilobyte ausgestattet sein.
Steve Jobs hatte sich zu diesem Zeitpunkt nicht besonders um das Macintosh-Projekt gekümmert - und Raskin versuchte in einer dunklen Vorahnung auch alles, um den Apple-Mitbegründer außen vor zu halten. Im Sommer 1980 bahnte sich jedoch gerade ein massiver Konflikt zwischen Jobs und Apple-Präsident Mike Scott an, denn Scott wollte Jobs aus der konkreten Entwicklungsarbeit an dem neuen Lisa heraus drängen. Mit seinem launigen und zeitweise sehr aggressiven Führungsstil hatte Jobs viele Entwickler vor den Kopf gestoßen. Außerdem traute Scott ihm keine größere Management-Rolle zu und wollte ihn auf die weniger wichtige Rolle eines Firmensprechers und Promoters im Vorfeld des Apple-Börsenganges am 12. Dezember 1980 festlegen.
Zum Leidwesen von Jef Raskin stürzte sich Jobs Anfang 1981 auf das Macintosh-Projekt, das zu diesem Zeitpunkt im Apple-Aufsichtsrat (Board) noch nicht richtig ernst genommen wurde. Doch Steve Jobs wusste, was er wollte. Er hatte bei Xerox PARC die grafische Benutzeroberfläche des Xerox Alto gesehen. Statt grüner Buchstaben auf dunklem Hintergrund sah man weiße Dokumenten-Fenster mit schwarzer Schrift - wie bei einem Blatt Papier. Verschiedene Schriftarten konnten ausgewählt werden. Die Grafikkarte steuerte auf dem Bildschirm frei einzelne Pixel an. Mit Hilfe einer Maus konnte ein Zeiger auf dem Bildschirm bewegt werden, um Texte zu markieren oder Befehle auszuführen. Dateien wurden durch Symbole auf einem virtuellen Schreibtisch repräsentiert. Den Alto konnte man nicht kaufen. Allein der Hauptspeicher dieses Experimental-Computers hätte zu diesem Zeitpunk rund 7000 Dollar gekostet. Jobs wollte einen Computer noch besser als der Alto - und auch besser als Apples Lisa. Die neue Wundermaschine sollte aber nur einen Bruchteil von Lisa kosten, für den man inklusive externer Festplatte rund 12 000 Dollar zahlen musste.
Innerhalb von Apple sammelte Jobs eine kleine, verschworene Mannschaft zusammen - und nahm auf andere Projekte im Haus keine Rücksicht. Andy Hertzfeld, einer der wichtigsten Software-Designer im Macintosh-Entwicklungsteam, erinnert sich: "Steve platzte in mein kleines Cubicle-Büro herein und sagte, -Okay, Du arbeitest jetzt am Mac- . Ich sagte ihm, dass ich noch ein paar Tage brauche, um eine Arbeit für den Apple II abzuschließen. Doch er sagte einfach -Nein- und zog den Stromstecker von meinem Apple II aus der Steckdose. Ich konnte noch nicht einmal meine Arbeit speichern." Jobs nahm Hertzfelds Rechner, packte ihn in den Kofferraum seines Autos, und fuhr ihn zum benachbarten Gebäude "Bandley III", in dem Jobs das Macintosh-Team versammelt hatte. "Was blieb mir anderes übrig, als ihm zu folgen?"
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Piratenflagge über dem Gebäude der Mac-Entwickler -Bandley III-
Auf dem Dach "Bandley III" wehte eine Piratenflagge mit dem Apple-Symbol als Augenklappe - und an Deck des virtuellen Piratenschiffs stand mit Steve Jobs ein Mann, der es allen bei Apple beweisen wollte. Erstes Opfer von Jobs wurde Jef Raskin, der lange gegen den Einsatz einer Maus gekämpft hatte und statt dessen einen Stift oder Joystick bevorzugt hatte. Raskin, der während seiner Zeit als Professor im Palo-Alto-Labor von Xerox mitarbeitete und dafür sorgte, dass Apples Lisa schließlich Bitmap-Grafiken unterstützte, hasste die Maus als überflüssiges Eingabegerät, wie er später im Interview erklärte: "Ich hasse Mäuse. Die Maus verführt zu Armbewegungen, die den Menschen ausbremsen. Ich wollte keine Maus am Macintosh sehen, aber Jobs bestand darauf. Raskin hielt nicht viel von den Innovationen, die das Lisa-Team im Xerox PARC aufgeschnappt hatten und lehnte deshalb auch den Umstieg auf den leistungsfähigeren 68000er-Prozessor ab, der auch in dem Lisa steckte. Nachdem aber Jobs seinem Widersacher die Verantwortung für die Software abgenommen hatte, gab Raskin entnervt auf und verließ im März 1982 Apple Computer.
Rückblickend kann Raskin für sich beanspruchen, als erster bei Apple die Vision eines preiswerten, einfach zu bedienenden Volkscomputers vorgelegt zu haben.
Raskin wechselte an das Dansk Datamation Institute und begann in Dänemark, Interface-Design zu lehren. Auf Bitten seiner Frau ging Raskin nach Kalifornien zurück, wo er Information Appliances gründete. Diese Firma entwickelte die Swyftcard für Apple und für Canon den Canon Cat. Mit dieser Maschine, die alle Ideen Raskins versammelte, handelte sich der Interface-Pionier eine schwere Niederlage ein. "Der Cat hatte keinen Ein/Ausschalter. Die Idee war, dass der Computer als Appliance immer eingeschaltet ist und mit jeder beliebigen Taste sofort arbeitet. Als die ersten Cats aus Japan eintrafen, hatten sie hinten einen Schalter. Das war ein Riesenunterschied und er wurde nicht begriffen, dazwischen liegt eine ganze Welt an Design-Ideen." Nach dem Misserfolg des Cat widmete sich Raskin anderen Projekten in weiteren Firmen, die unter anderem seine Funkfernsteuerungen für Modellflugzeuge und seine E-Pianos herstellten. Das große Geld kam indes mit einer Entwicklung einer neuartigen Fräsmaschine für die Holzbearbeitung.
Zuletzt arbeitete Jef Raskin am Jef Raskin Center for Humane Interfaces, das erst im Januar 2005 mit einer IBM-Spende von 2 Millionen Dollar die Arbeit aufnehmen konnte. Seine Ideen zum Computer fasste Raskin in seinem Buch "Das intelligente Interface - Neue Ansätze für die Entwicklung interaktiver Benutzerschnittstellen" zusammen. In dieser Richtung will das Jef Raskin Center die Ideen zur Kommunikation zwischen Mensch und Maschine weiter entwickeln.
Seinen letzten öffentlichen Aufritt hatte er in einem Dokumentarfilm, der die ganze Spannbreite seiner Interessen zeigt.
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Es gibt 120 weiterführende Erklärungen oder Definitionen:
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28.02.2005 von Wilhelm Janssen (7094) Beiträge 28.02.2005 von Wilhelm Janssen at-mix |
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